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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Good News For Modern Man

Grant Hart

Totgeglaubte leben länger. Und Grant Hart wurde wirklich oft genug für tot erklärt: Nach der Auflösung von Hüsker Dü 1987, nach dem Burn-out von Nova Mob 1994. Beim Kampf um die Gunst der Öffentlichkeit mußte Hart, auch auf kommerzieller Ebene, zu lange hinter Ex-Kollege Bob Mould zurückstehen, als
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Totgeglaubte leben länger. Und Grant Hart wurde wirklich oft genug für tot erklärt: Nach der Auflösung von Hüsker Dü 1987, nach dem Burn-out von Nova Mob 1994. Beim Kampf um die Gunst der Öffentlichkeit mußte Hart, auch auf kommerzieller Ebene, zu lange hinter Ex-Kollege Bob Mould zurückstehen, als daß man noch viel von ihm erwartet hätte. Sein pathetischer Stil und das unverhohlene Liebäugeln mit Pop machten vor allem seine Soloplatten zu einer Zielscheibe für viele Fans von früher. Daß er jetzt mit einer neuen zurück ist, ist da schon eine kleine Überraschung. Daß sie auch noch richtig gut ist, bereits die nächste. Drei Jahre hat Hart an diesen elf Songs gearbeitet und sie in alter Manier alleine aufgenommen. Eine lange Zeit für so wenig Musik. Und von wegen „Modern Man“: keine Elektronik oder Post-Grunge-Anbiederei ist zu finden, Hart hält an großen Melodien fest, solchen, die einst auch schon den Koloß Hüsker Dü latent schizophren wirken ließen. Er bleibt auf Konfrontationskurs, nicht zuletzt auch deshalb, weil seine Stimme noch immer das Vibrato abonniert hat und er auf „Good News ...“ zum Schutz der empfindlichen Melodien alle Register, auch an Orgel und sonstigem harmoniestützendem Gerät, zieht. Das Album bildet einen Querschnitt aus den früheren Soloplatten und der Nova-Mob-Ära, die Songs sind zu jeder Zeit nuanciert und präzise, aber auch phantastisch simpel, so hörbar beim Drei-Akkord-Hit „Nobody Rides For Free“. Grant Hart geht mit Charme gegen das neue Jahrtausend vor. Das Ergebnis ist ergreifend. Alles andere wäre untertrieben.