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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Last Place«

Grandaddy

Mit ihrem fünften Album »Last Place« gelingt den Indie-Favoriten Grandaddy ein gelungenes, klanglich aufgefrischtes Comeback.
Geschrieben am
Als Grandaddy 2006, noch vor der Veröffentlichung ihres bis dato letzten Albums »Just Like The Fambly Cat«, ihren vorläufigen Split verkündeten, waren sie eine der ersten größeren Rock-Bands, die explizit geringe Einnahmen als einen Grund für ihren Abschied nannte. Für ihre Fans war das ein kleiner Schock, schließlich hatte die kalifornische Indie-Band mit »Under The Western Freeway« und »The Sophtware Slump« mindestens zwei hinreißende Alben veröffentlicht, die es in den Kritiker- und Indie-Charts weit nach oben schafften. Aber es war eben die Zeit der dramatischen Umsatzeinbrüche in der Musikindustrie und Grandaddy nur eine von vielen betroffenen Bands. Trotzdem war der Fangemeinde klar, dass Mastermind Jason Lytle und Co. Überzeugungstäter sind und ihre Kunst nicht allein der kommerziellen Verwertbarkeit unterordnen. Dementsprechend wahrscheinlich schien die Rückkehr, die sich jetzt, elf Jahre später, mit dem fünften Album »Last Place« vollzieht.

Schon immer waren Grandaddy eine Band, die es schaffte, ihre Hemmungen mit einer unvergleichlichen Leichtigkeit in Indie-Songs zu gießen. Dieses Markenzeichen besitzt auch »Last Place«, obgleich die Sorgen von Songwriter Lytle im Laufe der Jahre sicher erwachsener und ernster geworden sind. Trotzdem versprühen die zwölf mal rasant, mal zurückgelehnt treibenden Songs mit dem wunderschönen »Songbird Son« als Abschluss die Hoffnung und Heimeligkeit, für die man Grandaddy immer liebte. Musikalisch ist »Last Place« eine aufgefrischte Version der Heydays der Band, was sich vor allem in Lytles analogen Synthesizern widerspiegelt, die deutlich hörbar hinter einem moderneren Equipment zurückgetreten sind. Abseits davon ist »Last Place« deutlich besser als sein etwas willenloser Vorgänger, wenn auch nicht so mitreißend wie die Frühwerke – für die Fans der Band allemal ein versöhnliches Comeback.

Grandaddy

Last Place

Release: 03.03.2017

℗ 2016, 2017 Grandaddy under exclusive license to 30th Century Records/Columbia Records