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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Just Like The Fambly Cat

Grandaddy

Schluss. Aus. Vorbei. Grandaddy, die sympathischen Kauze aus dem kalifornischen Modesto, sind Vergangenheit. Über die Gründe konnte im Netz bereits genug gelesen werden, daher nur so viel: 14 gemeinsame Jahre, das liebe Geld, ein absolut unausweichlicher Schritt. Mit dem Wissen, dass &ldqu
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Schluss. Aus. Vorbei. Grandaddy, die sympathischen Kauze aus dem kalifornischen Modesto, sind Vergangenheit. Über die Gründe konnte im Netz bereits genug gelesen werden, daher nur so viel: 14 gemeinsame Jahre, das liebe Geld, ein absolut unausweichlicher Schritt. Mit dem Wissen, dass “Just Like The Fambly Cat” unfreiwillig zum Farewell-Album geworden ist, hört man die Songs und Texte reflexartig nach Hinweisen ab, die auf ein baldiges Ende hinweisen könnten. Und siehe da – ein erster Treffer: “I don’t know where everyone went or where I’ll go”, lamentiert Frontmann Jason Lytle bei “Summer ... It’s Gone” über den typischen Synthies und der Akustikgitarre, um eine Zeile später zu ergänzen: “In dreams I hear voices that say ‘Look this way’, but I can’t see nothing, so I turn away to head down roads, dead ends and holes.” Solch eine Recherche verleitet sicherlich auch zu Fehl- und Überinterpretationen, aber immerhin. Insgesamt gestalten Grandaddy ihren Sound wieder etwas rauer und rockiger, vor allem im Vergleich zum schnörkellosen Pop auf “Sumday”. Verzerrte Gitarren jagen in mehreren Refrains den teilweise mehrstimmigen Melodien hinterher, und in den 63 Sekunden von “50%” lassen sie noch einmal richtig Luft ab. Die dick aufgetragenen Synthie-Wälle, die Keyboarder Tim Dryden so gerne dramatisch anschwellen lässt, kommen jedoch nicht zu kurz – so auch beim letzten Song, “Shangri-La” (im Original von ELO), der nicht auf der Tracklist verzeichnet ist. Ein schlüssiges finales Kapitel von Grandaddy, mit einem weinenden (keine Abschiedstour) und einem lachenden Auge (von Jason Lytle werden wir sicher noch hören). Grandaddy ... it’s gone. Drei Fragen an Jason Lytle:

War es schwieriger, Songs für diese letzte Platte zu schreiben? Man kann ja nicht sagen: Och, okay, der Gedanke ist halbgut in ein Stück gewandert, mach ich nächstes Mal vielleicht besser. Außerdem sucht doch jeder in einem finalen Album die Essenz, oder?
Ach, ich habe mich nicht mit dieser Endlichkeit auseinander gesetzt. Das zehnte Album, das zwanzigste, wen kümmert’s? Mit ist es nur wichtig, dass es die beste Collection der Songs ist, die ich gerade mit mir rumtrage. Und letztlich wird doch jeder bei diesen Stücke irgendwann landen.

Wird es eine epische Goodbye-Tour geben mit Party am Rande des Wahnsinns oder nur ein bescheidenes Farewell?
Die große Elfenmutter aus “Shrek 2” wird ihren Zauberstab schwingen, und dann werden wir losziehen. Poof!

Wie sieht es aus in Zukunft?
Fahrrad fahren, Klavier spielen, Kanu fahren auf einsamen Flüssen, Ski fahren und ein paar Death-Metal-Soli runterschreddern.