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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Rise and Fall of Academic Drifting

Giardini Di Miro

Der Sonntagnachmittag geht allmählich zur Neige. Kein besonders großartiger Tag. Aber was will man schon von einem Sonntag, dem 6. Januar, erwarten? Ich lege diese CD ein, die es noch zu besprechen gilt, während ich überlege, ob ich Tee oder Wein trinken soll. Die CD sieht schön aus. Ein Foto von ei
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Der Sonntagnachmittag geht allmählich zur Neige. Kein besonders großartiger Tag. Aber was will man schon von einem Sonntag, dem 6. Januar, erwarten? Ich lege diese CD ein, die es noch zu besprechen gilt, während ich überlege, ob ich Tee oder Wein trinken soll. Die CD sieht schön aus. Ein Foto von einer Frau in Orange. Das melancholische Orange. Und komischerweise scheint mich die Musik, die darauf ist, zu verstehen. Oder verstehe ich die Musik? Vielleicht ist sie auch an einem Sonntagnachmittag geschrieben worden. In Bologna? Da sitzt das Label. Schwer vorzustellen, dass da solche Musik entstehen kann. Aber natürlich und zum Glück gibt es auch in Italien traurige Menschen. Diese Platte schafft es, mir Gänsehaut zu machen, und das an einem solchen Tag. Weiß gar nicht, wann Musik das zum letzten Mal geschafft hat. Gezupfte Gitarren, Geigen, Trompeten, Melodica, verzerrte Gitarren, sehr wenig Gesang. Langes Überlegen, an was mich das so verdammt erinnert. Dann wusste ich es: Mogwai. Insbesondere deren „Young Team“. Genau. Giardini Di Mirò sind die italienischen Mogwai, schreibe ich hier mal. Zwar mit nicht so brachialen Leise-laut-Wechseln, eher leise-mittellaut, aber genauso herzzerreißend. Mit wunderschönen Harmonien. Die einem diese wohlige, angenehme Traurigkeit geben, die man manchmal braucht. Von der man gar nichts erwartet. Genau wie von diesem Sonntag.