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Blow

Ghinzu

Zeit für Triebe und Gefühle: Die Romantiker des hemmungslosen Decadence-Cores sind zurück. Immer große Geste mit Mut zu Borderline-Pathos und nicht nur ein bisschen Sleaziness - so werden Ghinzu von ihren Fans spätestens seit dem hervorragenden Debüt-Album „Electronic Jacuzzi“ geliebt. Umso schöner,
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Zeit für Triebe und Gefühle: Die Romantiker des hemmungslosen Decadence-Cores sind zurück. Immer große Geste mit Mut zu Borderline-Pathos und nicht nur ein bisschen Sleaziness – so werden Ghinzu von ihren Fans spätestens seit dem hervorragenden Debüt-Album „Electronic Jacuzzi“ geliebt. Umso schöner, dass die Belgier ihre Trademarks, changierend zwischen noisig-lieblichem Pop und latent bedrohlichem Melodrama, noch weiter ausgefeilt haben. Plinkernd zärtliche Pianoballaden wechseln sich ab mit horror-operettenhafter Kirmescore-Abfahrt und slickem Boogie-Wave, in einem Gestus, der großartigen Wahnsinn als die normalste Sache der Welt erscheinen lässt. Alles so federnd luftig wie butterig satt und warm und stets durchbrochen von einer sexy, fast schon beiläufig sinnlichen Coolness, die schon beim Sofasurfen sehr gut geht, jedoch erst auf der Bühne zu voller Pracht erblüht. Als eine Band wie aus einer Graphic Novel von Weirdness-Wunderkind Paul Pope umgibt Ghinzu eine eigenartig sinistre Aura des Dandyhaften auf so eine verzerrte, psychedelisch-futuristische Art, die dem Jetzt immer schon um Sekunden voraus zu sein scheint und deshalb so vertraut wie aufregend neu klingt.