×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Glanz und Gloria

Get Well Soon live in Dortmund

Nach sechs Jahren kehrt Konstantin Groppers Indie-Wanderzirkus in das noble Dortmunder Konzerthaus zurück und bringt einen billigen Anzug, unzählige neue Songs und ganz viel Liebe mit.
Geschrieben am
29.04.2016, Dortmund, Konzerthaus

Vor dem Hauptact darf an diesem Abend der Songwriter Sam Vance-Law als Eisbrecher auf die Bühne und wird dabei von Cheri Macneil (Dear Reader) an der Gitarre begleitet. Mit seiner Geige und der tiefen Stimmlage liefert Vance-Law einen charmanten Mix aus Queer Folk, Adam Green und Owen Pallett. Dabei lockert der Kanadier die Atmo-sphäre insbesondere durch seine Ansagen in einem nahezu perfekten Deutsch auf. Als dann Get Well Soon zunächst in einer reduzierten Formation auf die Bühne treten, kommt deren Frontmann Konstantin Gropper schnell zur Erkenntnis »Ganz schön warm hier, liegt aber auch vielleicht an meinem billigen Anzug.« Passend dazu wollen die ersten Stücke in voller Bandbesetzung noch nicht zünden. So greifen selbst die sonst weit ausladenden Arme des Refrains eines »It´s Lo-ve« ins Leere. 

Unter den LOVE-Lettern, die rot erleuchtet - ja fast mahnend - über der Band schweben, spielen sich Get Well Soon jedoch spätestens mit »The Last Days Of Rome« die anfängliche Verkrampftheit aus den Lei-bern. Die Setlist hangelt sich an den alten Bekannten wie Heidegger oder Werner Herzog entlang, stellt aber vor allem den aktuellen Al-bumtitel in den Vordergrund. Mal ist da zu viel Liebe, mal zu wenig und manchmal ist sie einfach nur für die Tonne. Musikalisch werden die Herzensangelegenheiten von dem Septett wie gewohnt virtuos in detailverliebten Kompositionen eingefangen, von den die bombasti-schen »Marienbad« und »You Cannot Cast Out The Demons (You Might As Well Dance)« den Höhepunkt markieren. Selbst der 80er Jahre-Vibe von »Young Count Falls For Nurse« kommt an diesem Abend live zur Gel-tung. 

Zum Abschluss gibt es mit »Christmas In Adventure Parks« ein Stück, das Polarkappen zum Schmelzen bringt, vorgetragen von einer Band, die es an diesem Abend schafft das nahezu ausverkaufte Konzerthaus zu Standing Ovations zu bewegen. Es gibt wohl kaum eine schönere Art, um zweieinhalb Stunden seiner Zeit totzuschlagen.

Get Well Soon

Love

Release: 29.01.2016

℗ 2016 Get Well Soon, under exclusive licence to Caroline International