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Drei Fragen an …

George FitzGerald im Interview

Eineinhalb Jahre ist es her, dass George FitzGerald Berlin den Rücken gekehrt hat und für seine Familie nach London gezogen ist. Sein neues Album »All That Must Be« mit Gastmusikern wie Bonobo und Tracey Thorne erzählt davon. Sermin Usta sprach mit dem britischen Produzenten und DJ über den Rhythmus eines neuen Lebensabschnitts.
Geschrieben am

Interview:
Sermin Usta

Es heißt, als Künstler müsse man sein Leben ab und zu umkrempeln, um wieder neue Einflüsse zuzulassen. War das der Grund, wieso du nach zehn Jahren im Berliner Exil zurück nach London gegangen bist?
Der Grund, weshalb ich nach London bin, hatte nichts mit Berlin zu tun. Im Gegenteil: Die deutsche und auch die britische Musikszene beeinflussen mich bis heute am stärksten. Als kurz nach meinem Debüt »Fading Love« meine erste Tochter zur Welt kam, haben meine Frau und ich eine Weile versucht zu pendeln, aber das war auf Dauer nicht das Richtige. Jedes Mal, wenn ich nach Berlin kam, fühlte es sich falsch an, nicht bei den beiden zu sein. Es war also keine kreative, aber eine leichte Entscheidung.

Ich nehme an, zurück in London hat sich nicht nur die Stadt fremd angefühlt. Auch dein Leben als Familienvater wird einen ganz neuen Rhythmus gehabt haben, oder?
Das erste Mal Vater zu sein und damit zu hadern, dass sich alles auf einen Schlag verändert, ist für viele junge Eltern keine leichte Sache. Ich hatte vorher ein sehr flexibles Leben, bin viel gereist und ständig an anderen Orten aufgetreten. Plötzlich drehte sich nicht mehr alles nur um mich, sondern um zwei kleine Menschen, für die ich verantwortlich war. Am Anfang habe ich noch versucht, mein Ding durchzuziehen, aber das hat nicht funktioniert. Ich musste die Art, wie ich arbeite, ändern. Die Zeit, in der ich heute kreativ sein kann, ist wesentlich kürzer, dafür aber effektiver. Es findet alles in einem gewissen Rahmen statt, der auch durch meine Mädchen geprägt ist. Beispielsweise war ich früher kein besonders emotionaler Typ. Nur durch sie wurde ich mit der Zeit dazu.

Und wie ist dein heutiges Verhältnis zu London?
Nun, London hat sich in den letzten zehn Jahren stark verändert. Wie auch in Berlin hat die Gentrifizierung großen Einfluss auf den kulturellen Teil der Stadt. London war in den 1990er-Jahren die europäische Metropole mit den meisten Live-Venues und Clubs. Heute haben knapp 50 Prozent der Clubs geschlossen. Es ist also immer noch eine aufregende Stadt, die ständig voller und teurer wird, die aber sehr viel multikultureller ist als Berlin. Ich wohne heute im Londoner Süden, der vor allem für seine afrikanische Community bekannt ist. Das habe ich tatsächlich sehr vermisst, wie ich später merkte.

George FitzGerald

All That Must Be

Release: 09.03.2018

℗ 2018 Domino Recording Co Ltd

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