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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Escapades

Gem

„Take what you need - get what you like“, heißt es im Song „Go“. Bei derartigen Textzeilen ist es nur noch ein kleiner Schritt bis zur ausgereiften Eskapade. Dass sie sich damit auskennen, haben Gem im Vorprogramm der begrabenen Libertines schon gezeigt: Die fünf Utrechter haben den Hauptact der Leg
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„Take what you need – get what you like“, heißt es im Song „Go“. Bei derartigen Textzeilen ist es nur noch ein kleiner Schritt bis zur ausgereiften Eskapade. Dass sie sich damit auskennen, haben Gem im Vorprogramm der begrabenen Libertines schon gezeigt: Die fünf Utrechter haben den Hauptact der Legende nach vor gut drei Jahren souverän links liegen lassen, und das hatte nichts mit dem Synapsen-lähmenden Toxinspiegel von Mr. Doherty zu tun. Auch auf ihrem zweiten Album haben Gem einige Muntermacher für eine ausschweifende Abendgestaltung dabei. „Talk Talk Talk“ erinnert in seiner Slackerhaftigkeit an „Is This It“-Zeiten der Strokes. Der 60s-Insel-Beat wird genauso durch den Wolf gedreht wie End-70er-Punkriffs, und alles immer schön an der Grenze zu blank poliertem Pop. Es darf geraucht und getrunken werden, und Sänger Maurits Westerik hat keine Scheu vor großen Liebeserklärungen im wüsten Gefühlstaumel einer Hedonismus-geschwängerten Nacht. Bei „Strangers In The Night“ wird weniger gecroont als mit chorartigen Backing-Vocals aufgewartet – statt betroffene Besinnlichkeit kommt die Flucht nach vorn zum Tragen. Smells like Mando Diao, die Kings Of Leon oder The Kooks. Obendrein wird Altmeister Klaus Fiehe mit seiner Behauptung bedient, das Gitarrensolo würde wieder Einzug in die Musikwelt von morgen halten: Bei „The Subterranean Parade“ dudeln Gem zumindest schamlos rum. Nicht in 70s-Art-Rock-Style, aber trotzdem merklich mit flinken Fingern. „Take what you need“ – es passt.