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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Geile Zeit auf Festivals: Ab hinter die Büsche!

Here Cums The Sun

Wissenschaftler haben herausgefunden: Wenn die Sonne das Firmament erklimmt, steigt die Lust auf Sex. Der Körper reagiert auf den Sommer, indem er das Glückshormon Serotonin ausschüttet.
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Wissenschaftler haben herausgefunden: Wenn die Sonne das Firmament erklimmt, steigt die Lust auf Sex. Der Körper reagiert auf den Sommer, indem er das Glückshormon Serotonin ausschüttet. Und wenn dieser Botenstoff mit der Formel C10H12N2O auch noch mit C2H6O, also Alkohol reagiert, entsteht das, was man eine geile Zeit nennt. Also ab in die Zelte, hinter die Büsche, hinein in die umgebauten VW-Busse und ins Vergnügen!

Festivals sind Jagdreviere, die fette Beute versprechen. Und damit sind hier keine geschichtsträchtigen Liveauftritte gemeint, von denen man noch seinen Enkeln erzählen wird, oder einmalige T-Shirts, in denen man begraben werden möchte. Nein, wir sprechen an dieser Stelle über die Abenteuer, die man abseits der Bühnen erleben kann.

Denn was passt besser zu Sommer, Sonne und sattem Sound als Sex? Das erotische Karma, das Zehntausende schwitzende und tanzende Menschen aufeinander ausüben, konnte man schon 1969 bei Woodstock beobachten - der Mutter aller Festivals, dem Urknall für Sex, Drugs und Rock'n'Roll. Doch diese Elemente der highligen Dreifaltigkeit sind nicht unbedingt eine Traumpaarung. Deshalb einige Tipps für ein entspanntes Sexleben zwischen Soundcheck und Zugabe.

Whatever You Need
Es heißt: Wer ficken will, muss freundlich sein. Doch: Auf Festivals reicht das meistens nicht. Nur die wenigsten verspüren große Lust auf eine schnelle Nummer zwischen ökologisch wertvollen Pommesschalen und leeren Tetrapacks. Eine solide Grundausstattung ist deshalb hilfreich, wenn man auf ein Liebesabenteuer aus ist. Ein eigenes Zweimannzelt und genügend Kondome katapultieren einen da schon ganz weit nach vorn.
Liegen auch noch eine aufblasbare Matratze und Schlafsäcke darin, hat man fast schon gewonnen. Wahre Könner wissen darüber hinaus den Luxus von eisgekühlten Getränken und Boxen für den MP3-Player zu schätzen. Denn es heißt auch, Liebe sei kein Luxus. Aber Liebe kann Luxus vertragen.





Love Is A Stranger
Wie soll man im Gewühl zwischen 20.000 schwitzenden Menschen den richtigen Partner finden? Wer sich diese Frage stellt, kann schon vor der Anreise seine Fühler ausstrecken. Im Internet gibt es einige Communitys, die sich darauf spezialisiert haben, Festivalbesucher zusammenzubringen. Manche Menschen suchen dort nur eine Mitfahrgelegenheit, andere einfach nette Leute zum Rocken. Manchmal geht es auch um mehr: Auf der Internetseite der Nature One beispielsweise finden sich in der Kontaktbörse eindeutige Nachrichten von Singles für Singles. Weitere Foren gibt es auf ringrocker.com oder auf hurricane.de.

Let's Do It Like They Do On The Discovery Channel
Nur weil man selbst vor lauter Erregung betriebsblind ist, heißt das noch lange nicht, dass man nicht beobachtet wird. Gut, für viele liegt genau darin der Reiz von Sex im Freien. Alle anderen sollten sich vor der schnellen Nummer hinterm Dixi-Klo bewusst machen, dass heute praktisch jedes Handy eine Kamera mit Videofunktion bereithält. Wer also vermeiden will, dass die Kollegen montags im Internet sehen, was man am Wochenende getrieben hat, sucht sich ein gutes Versteck oder verschwindet in einem Zelt.









Wonderwall
Es stimmt schon: My tent is my castle. Dennoch darf man in den vermeintlich sicheren vier Wänden eines Zeltes nicht vergessen: Geht draußen die Sonne unter und drinnen brennt die Taschenlampe, lädt man automatisch alle Umstehenden dazu ein, am erotischen Schattenspiel teilzuhaben. Auch lautes Gestöhne animiert betrunkene Zaungäste dazu, die Liebenden lautstark anzufeuern oder einfach mal kurz das Kamerahandy durch den Reißverschluss zu stecken. Wer sich ungestört im Zelt lieben möchte, kommt deshalb nicht drumherum, es leise und im Dunkeln zu tun.

Smells Like Teen Spirit
Kurz vor dem ersten Kuss schießen einem oft erst die wirklich wichtigen Gedanken durch den Kopf: Warum habe ich heute Morgen Dosenbier statt Mundspülung benutzt? Wo sind eigentlich die öffentlichen Duschen? Und: Wieso habe ich meine frischen Schlüpfer zu Farin Urlaub auf die Bühne geworfen? Jetzt ist es wirklich "Zu spät". Deshalb gilt: 1. Kaugummis sind besser als gar keine Zahnbürste. 2. Feuchte Hygienetücher sind die Dusche der faulen Leute. 3. Unterhosen sind zum Anziehen da - die Ärzte freuen sich nämlich auch über BHs.








I Wish I Was A Little Bit Taller
Alkohol und Sex sind zwei Dinge, die auf den ersten Blick wunderbar zusammenpassen: Der Flirtapparat schaltet auf Hochform, die Lust steigt, Hemmungen fallen. Leider sinkt mit jedem Bier auch die Bereitschaft des Körpers, Blut in die Region des Körpers zu pumpen, die man beim Sex unbedingt benötigt. Das gilt zumindest für männliche Exemplare. Der Hamburger Urologe Prof. Hartmut Porst weiß: "Schon ein Blutalkoholspiegel von 0,4 bis 0,5 Promille beeinträchtigt die Potenz, ab ein Promille ist die Erektionsfähigkeit meistens komplett aufgehoben." Wer also auf Sex aus ist, darf sich keinen volltrunkenen Partner suchen und sollte selbst nicht mehr trinken, als die Hose verträgt.

Champagne Supernova
Je später der Abend, desto schöner die Gäste - an diesem Spruch ist einer Studie zufolge einiges dran. Schottische Wissenschaftler fanden heraus: Je mehr Alkohol jemand trinkt, desto attraktiver erscheinen ihm Menschen des anderen Geschlechts. "Schon etwa ein Liter Bier steigert die subjektiv wahrgenommene Attraktivität eines andersgeschlechtlichen Partners um rund 25 Prozent", sagt Psychologieprofessor Barry Jones von der Universität Glasgow. Der Alkohol wirke nämlich auf den Teil des Gehirns, der die Aufgabe hat, Reiz und Anziehungskraft eines Gesichtes zu beurteilen. Also Vorsicht: Der langhaarige Typ, mit dem du nach dem fünften Caipirinha im Zelt verschwinden willst, sieht wahrscheinlich gar nicht aus wie Anthony Kiedis.





The Great Pretender
Auch die süßesten Hunde verwandeln sich manchmal in reißende Bestien. Menschen leider auch. Deshalb ist gesundes Misstrauen bei Festivalbekanntschaften immer angebracht. Wer sich dazu entschließt, mit jemandem im unüberschaubaren Labyrinth der Wohnmobile und Zelte zu verschwinden, sollte also eine gute Portion Vorsicht walten lassen. Stellt eure Bekanntschaft euren Freunden vor, meldet euch bei ihnen ab und sagt, mit wem ihr wohin geht. Macht auf jeden Fall einen Treffpunkt für später aus und lasst euer Handy für den Notfall immer eingeschaltet.

Breaking The Law
"Geschlechtsverkehr in der Öffentlichkeit gilt laut Paragraph 183a des Strafgesetzbuches als Erregung öffentlichen Ärgernisses", erklärt die Hamburger Juristin Dr. Frauke Scheunemann. Theoretisch drohen bis zu einem Jahr Gefängnis oder eine Geldstrafe zwischen 100 und 200 Euro. In der Praxis wird aber selten eine Strafe verhängt. "Das gilt besonders dann, wenn man sich wenigstens darum bemüht, beim Sex nicht gesehen zu werden", sagt Scheunemann. Wer also nicht gerade mittags um 12 Uhr direkt vor der Hauptbühne die Hosen runterlässt, darf sich straffrei lieben.



Say It Isn't So
Nach einer Nacht - so heiß und romantisch wie Tori Amos bei Sonnenuntergang - hast du dich auf ein gemeinsames Frühstück mit Chinanudeln und Instantkaffee gefreut. Als dich allerdings jetzt die erste Band des Morgens aus den Träumen reißt, liegst du alleine im Zelt. Wer von einer Festivalbekanntschaft mehr erwartet als eine gemeinsame Nacht, sollte seine Realitätsschraube anziehen. Die große Liebe findet man hier genauso selten wie ein sauberes Dixi-Klo.


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