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»Rausch«

GAS

Das kompromissloseste Projekt des Techno-Pioniers Wolfgang Voigt wird mit hochkulturellem Habitus um eine Stunde Rausch im Wald erweitert.

Geschrieben am

Ich mag Wolfgang Voigt sehr gerne: Er mag Polka, er hat Minimal erfunden. Aber der ganze GAS-Gag, die Neuerfindung des deutschen Waldes, LSD auf Richard Wagner, war doch ein wenig geiler, als Menschen noch mit Kippa durch Berlin laufen konnten, ohne angemacht zu werden, und noch keine Flüchtlingsheime brannten. Das Spiel mit der deutschen Mystik, mit verdichteten Partikeln aus Klassik, Drones und Loops, ewig, dunkel, dräuend, ist auch auf dem zweiten Album nach der 17-jährigen Pause des Projekts – beendet im letzten Jahr durch »Narkopop« – die Energiequelle der hochabstrakten Klangtapete.

Allerdings sendet Voigt massiv hochkulturelle Signale: In einem Rutsch solle man »Rausch« bitte sehr durchhören, auch ein Gedicht hat er den Hörenden gleich mitgeschickt, schönstes Camp: »Rausch with no name. My beautiful shine. You are the sun. This is where I want to be.« Witzig, wenn man es nicht gerade wie Max Dax in der Spex so interpretiert, als wolle Voigt mit den Zeilen vermeiden, die Mystik des Sounds bloß nicht durch Konkretes zu überblenden. Oh really, my dear? Es sei Voigt verziehen, er arbeitet mit GAS ausdrücklich humorfrei an der eigenen Historisierung. Meine Hochachtung davor. Und sowieso: Ist vielleicht bloß meine Anlage zu schlecht für das Fauchen, das Zischen, Klopfen und Rauschen, sodass es sich mir diesmal entzieht? Ich will es vermuten. Wenn das Intro erst einmal weg ist, habe ich immerhin mehr Zeit, mich einmal um so etwas zu kümmern.

Gas

Rausch

Release: 18.05.2018

℗ 2018 Kompakt

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