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Funeral For A Friend

In Zusammenhang mit dem zweiten Album der walisischen Band Funeral For A Friend nicht von Emo(tionalität) zu sprechen wäre eine Farce. Nicht der von Fans verlangte Befreiungsschlag, der endlich zulässt, dass diese tolle Band, die Hot-Water-Music-inspirierten Rock mit Hardcore- und Iron-Maiden-Anleih
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In Zusammenhang mit dem zweiten Album der walisischen Band Funeral For A Friend nicht von Emo(tionalität) zu sprechen wäre eine Farce. Nicht der von Fans verlangte Befreiungsschlag, der endlich zulässt, dass diese tolle Band, die Hot-Water-Music-inspirierten Rock mit Hardcore- und Iron-Maiden-Anleihen spielt, endlich auch mal abseits von festgefahrenen Kategorien wahrgenommen wird. Wer sich Funeral For A Friend nennt und seine Songs analog dazu “Roses For The Dead”, “Recovery” oder “All The Rage”, der nimmt allzu billigend in Kauf, dass die eigenen Titel plötzlich an Überschriften im Tagebuch eines suizidgefährdeten Jugendlichen erinnern. Das ist im schlimmsten Fall Theatralik, wahrscheinlich aber einfach nur (dabei: so leicht ist das gar nicht) Empathie. Und in der Folge winkt als großer Gewinn die emotionale Konditionierung des Hörers – ein Handwerk, das 2005 nicht nur immer noch Konjunktur hat, sondern nach wie vor genauso schwer zu verwirklichen ist, wie es zu Elvis’ Zeiten war. Deshalb großen Respekt für Funeral For A Friend, die darin so überzeugend ehrlich sind wie nur wenige. Sie haben den Schlüssel zu den Herzen der Kids und auch den zu den alten Säcken, wenn die nur mal ihre blöde “Kenn ich alles schon”-Attitüde für einen Moment vergessen könnten. Und wenn hinter all den Statusmeldungen der fiktiven oder eben doch kollektiven Seele etwas anderes, ein über Emotionalität hinausgehendes Anliegen schimmern sollte, dann wird das vom Gestus der Band eben an den Rand gedrängt. Ein Preis, den man dabei natürlich zahlen muss, das aber auch gerne tut: Funeral For A Friend wird man nach diesem Album die Tür einrennen. Zu Recht.