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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Unknown Possibility Vol. 2

Fumiya Tanaka

Japan ist zwar schon länger als Stätte der kreativen Elektronik bekannt, und die Achse Deutschland-Tokio funkioniert wie geschmiert, dennoch haben Künstler aus dem fernen Asien hierzulande immer das Stigma des Exotischen am Hals. Toby Izui, Takkyu Ishino - hier ist Asien doch noch fern, auch wenn in
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Japan ist zwar schon länger als Stätte der kreativen Elektronik bekannt, und die Achse Deutschland-Tokio funkioniert wie geschmiert, dennoch haben Künstler aus dem fernen Asien hierzulande immer das Stigma des Exotischen am Hals. Toby Izui, Takkyu Ishino - hier ist Asien doch noch fern, auch wenn in globalisierten und vernetzten Zeiten kulturelle Roots immer verschwommener werden. Fumiya Tanaka hat dann auch mit „Unknown Possibility Vol. 2“, seinem zweiten Full-length-Album, den endgültigen Absprung vom Ursprung vollbracht. Fast könnte man das Gefühl haben, als sauge Tresor als Label einfach alles auf, was ihm in die Quere kommt, und dass hier in die große Minimal-Techno-Konsensfalle getappt wird. Weltweite Verknüpfungen haben Angleichung und Vermischung zur Folge, daran lässt sich nichts ändern. Schade aber ist das Herunterreduzieren des vormals Besonderen und Spezifischen zu einer peripheren Randerscheinung. Industrielle Härte dominiert hier bei den neun Versionen von „Drive“ das Geschehen, endlose, aber auch teilweise sehr ermüdende Loops unspannender Natur betäuben mehr, als dass sie animieren, und auch die rauschenden Low-Tempo-Experimente mit Klangkulissen vermitteln eher den Eindruck, unbedingt absonderlicher sein zu müssen, als es wirklich zu sein. Alte Torema-Platten zeigen heute immer noch sehr deutlich, dass so etwas nicht nötig wäre. Ohne den Ruf nach gestern erschallen zu lassen: damit ist der Musik doch nicht wirklich gedient.