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So war’s in Köln: Ein Fass voll Liebe

Fucked Up live

Auch auf ihrer x-ten Deutschlandtournee sind Fucked Up ein Live-Act, der mit in Noise gegossener Liebe und seinem gewaltigen Frontmann Damian Abraham zu den besten im Hardcore-Punk überhaupt gehört.
Geschrieben am
19.11.12, Köln, Gebäude 9
 
Ob es die Liebe, die Damian Abraham verströmt, ist, die Fucked Up in ihrem Genre so gut und einzigartig macht? Neu ist die Band dem Kölner Publikum jedenfalls nicht mehr, trotzdem kommen trotz großer Konkurrenz wieder genügend Leute, um das Gebäude 9 gut voll zu machen. Die Vorband Orbit The Earth kann dafür nicht der Grund sein. Sie spielen zwar einen genauso rauen wie ausgefeilten Hardcore, es ist für die Band aus ehemaligen Ritual- und Just Went Black-Mitgliedern aber ihr erstes Konzert überhaupt. Sie müssen sich ihren Namen erst erspielen, und ihr Debütalbum erscheint erst in den nächsten Monaten auf dem tollen Münsteraner Label This Charming Man Records.

Als Fucked Up ihr Set beginnen, dauert es nicht lange, bis Abraham sich in alter Gewohnheit Pullover und Shirt vom Leib reißt und ins Publikum stürzt. Er shoutet zu den wie immer deutlich krachiger als auf Platte klingenden Songs und stolpert gleichzeitig über die jungen Kerle in den ersten Reihen, er herzt sie und wird geherzt, er krabbelt bis in die hintersten Reihen und verteilt eifrig High-Fives. Das sind zweifelsohne die besonderen Momente einer jeden Fucked Up-Show, auch wenn die Songs der Kanadier mit ihrer sich aufwalzenden Dynamik dessen gar nicht bedürfen. Das zeigen exemplarisch der erste und der letzte Song des regulären Sets der Band, »Queen Of Hearts« und »The Other Shoe« vom aktuellen und großartigen Album »David Comes To Life«. Songs, die auch nach Dutzenden von Durchläufen noch elektrisieren, und die die besondere Hingabe Fucked Ups ihren Fans gegenüber beinahe sinnlich untermalen.
 
Natürlich ist diese Show alten Fucked Up-Fans bekannt, natürlich nutzt sich selbst eine Aura wie die Damian Abrahams irgendwann ab. Trotzdem sind und bleiben Fucked Up die Band, die jedem Neuling veranschaulicht, was an Hardcore-Punk heute noch packend ist und auch noch eine hübsche Weile lang packend bleiben wird. Und wer solche Maßstäbe setzt, kann mit Fug und Recht eine der besten Livebands im Punk genannt werden.