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USA 1996

From Dusk Till Dawn

Quentin Tarantino ist offensichtlich ein Mensch, der sich ungern an Regeln hält. Z. B. die, daß man innerhalb eines Filmes nicht einfach beliebig die Genres wechseln darf. Meist geht so was ja auch schief. Nicht so bei vorliegendem Werk. Denn hier stimmt einfach nichts (im konventionellen Sinne) ode
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Autor: intro.de

Quentin Tarantino ist offensichtlich ein Mensch, der sich ungern an Regeln hält. Z. B. die, daß man innerhalb eines Filmes nicht einfach beliebig die Genres wechseln darf. Meist geht so was ja auch schief. Nicht so bei vorliegendem Werk. Denn hier stimmt einfach nichts (im konventionellen Sinne) oder alles (im Kultstatus-schlockmäßigen Sinne). Was Tarantino und sein Protegé Rodriguez hier ausgeklügelt haben, ist wahrlich nichts für schwache Nerven oder PC-konditionierte simple Gemüter. Was beginnt wie eine typische Tarantino-Farce - absurde Gewaltsequenzen gepaart mit krankem Humor - entwickelt sich über eine Art Psychothriller mit mehr oder weniger gelungenen Verweisen auf Road-Movies, herkömmliche Krimis und Serienkiller-Epen in der zweiten, von Rodriguez übernommenen Hälfte zu einer verrückten Horror-Splatter-Komödie. Plötzlich wimmelt es von Striptease-Tänzerinnen, Vampiren, billigem Fusel und jeder Menge widerwärtiger, computergenerierter, äußerst blutiger Gore-Sequenzen. Mittendrin Tarantino, Keitel und Lewis sowie George Clooney und Tom Savini (!) als aufrechte Kämpfer in einer Welt des Wahnsinns. In diesem Falle ein als Roadside-Puff getarnter Atztekentempel, in dem sich Motorradrocker, mexikanische Pistoleros und besagte Vampire die Klinke in die Hand geben (zuweilen mit derselben). Need one say more? Vielleicht noch, daß die Geschichte zum Ende hin wieder mal shakespearianische Dimensionen annimmt und fast alle Protagonisten den Special Effects zum Opfer fallen. Und daß es wieder geile 60s-Trash-Pop-Musik gibt. Freilich, ein wenig Kritik muß auch erlaubt sein: Den Schnitt hätte man schon etwas genialer handhaben dürfen, denn zuweilen weiß man vor lauter herumfliegenden Körperteilen und spritzenden Blutfontänen nicht mehr, wo einem der Kopf steht - was man dann mit den Protagonisten gemeinsam hat.