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Frei

Polarkreis 18

Synth-Bombast im Opulenz-Gewitter. Typische Platte nach dem Hit: Sie hat es nicht leicht. Beziehungsstatus: schwierig - aber letztlich respektabel gelöst.
Geschrieben am

Der Diphthong als Fetisch (siehe Wikipedia oder Erinnerungen an deinen Deutschunterricht) - auf »Allein, allein« folgt daher »Frei«. So weit, so stringent. Die musikalische Entsprechung sind größtenteils überlastet wirkende Pop-Paläste, immense Opulenz und schmachtendes Falsett. Man wähnt die Norweger a-ha im örtlichen Kirchenchor. Aus Franz Schuberts »unvollendeter Sinfonie« wird eine »unendliche Sinfonie«. Das verstiegene Abenteuer der ersten Platte scheint längst Vergangenheit zu sein, der unbändige Triumph des Zweitlings (Platz eins der Single-Charts) zappelt nervös durch die ersten Songs.

Unbedingt noch besser sein, noch dramatischer, noch mehr Streicher! Ausreizen, überdrehen. Die zweite Hälfte des Albums wirkt dann aufgeräumter und konzentrierter. Das Bombast-Gewitter ist vorübergezogen. Der Gesang zieht durch gestrandete Balladen, bis alles in einem monotonen Brummen endet. Eine typische Platte nach einem Hit: Sie hat es nicht und macht es sich auch nicht leicht. Beziehungsstatus: schwierig - aber letztlich respektabel gelöst.

In drei Worten: SYNTH-PALAST / SCHWIERIG / SCHUBERT-POP