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Mein Song und seine Geschichte

Frankie Goes To Hollywood »Relax«

Holly Johnson war einst Frontmann von Frankie Goes To Hollywood und schrieb mit »Relax« einen Song, der als BBC-verbannte Hymne der Schwulenbewegung begann und als »Superhit der 80er« endete. Zum Release seines Soloalbums »Europa« erzählt Johnson noch einmal, wie das Lied entstanden ist und warum es ohne die Feindbilder Wham! und Duran Duran nie dazu gekommen wäre.
Geschrieben am

Interview:
Mark Heywinkel

»Die Gründung von Frankie Goes To Hollywood war ein Ausdruck dessen, wer ich 1980 war: ein junger schwuler Mann, der Grenzen sprengen und gegen die Alten rebellieren wollte. Mein Ziel war, eine Popband in die Welt zu setzen, die gegen die Langeweile des Alltags ankämpft. Damals waren Duran Duran und Wham! fürchterlich in – süße, sexy Bands also. Ich wollte dem etwas entgegensetzen. Die Bande aufmischen. Anecken.  ›Relax‹ ist allerdings gar nicht so vorsätzlich entstanden, wie viele Leute später angenommen haben. Obwohl wir eine poppige Protestband sein wollten, kam mir der Song über Sex unter Männern ganz spontan in den Sinn. Anfang der 80er-Jahre lebte ich mit wenig Geld in Liverpool in einem Rotlichtviertel. An den Wochenenden besuchte ich meine Mutter in der Penny Lane. Eines Tages bin ich von dort aus bis zur Bandprobe in die Duke Street gelaufen. In der Princess Avenue fing ich an, meinen Schritt zu beschleunigen und vor mich hin zu singen. Und plötzlich kam mir ›Relax, don’t do it / When you want to go to it / Relax, don’t do it / When you want to come‹ über die Lippen. Ich musste laut lachen und beschloss, es den anderen vorzusingen. Die fanden die Zeilen gut, also arbeiteten wir weiter daran.

Bei den Aufnahmen des Frankie-Debüts war unser Produzent Trevor Horn nicht besonders zufrieden mit uns. Wir waren alle noch jung und unerfahren, er dagegen ein Perfektionist. Horn heuerte Ian Durys Band The Blockheads an, um ›Relax‹ für uns einzuspielen. Davon war ich wiederum nicht besonders begeistert. Die Jungs waren nett, aber ihre Version des Songs hatte nichts Neues und kaum elektronische Sounds. Sie ging einfach nicht an Grenzen, wie sie es hätte tun sollen. Also haben wir die Blockheads-Version am Ende doch wieder verworfen.
Wann ich ›Relax‹ zum ersten Mal im Radio gehört habe, weiß ich nicht mehr. Ich erinnere mich aber noch, dass er ziemlich häufig bei der BBC lief, bis sie ihn auf den Index setzten. Dass darin ein Mann stöhnte, war schon sehr krass für den damals noch konservativen Sender – dass im Musikvideo von Bernard Rose dann später Männer in Latexklamotten tanzten, ging ihnen endgültig zu weit. Ich habe mich nicht übermäßig darüber gefreut, dass wir von der BBC verbannt wurden, aber ein wenig stolz drauf war ich dennoch. Immerhin ging es mir bei Frankie Goes To Hollywood ja genau darum: Wir wollten an den Vorbehalten der Konservativen kratzen.

Inzwischen gibt es eine Vielzahl von ›Relax‹-Covers. Die Blondie-Version mag ich sehr gerne. Ich war früher ein großer Fan von Debbie und finde, dass sie ›Relax‹ sehr respektvoll behandelt hat. Außerdem mag ich den Einsatz des Songs in ›Zoolander‹ mit Ben Stiller. Die Filmidee, jemanden mit ›Relax‹ einer Gehirnwäsche zu unterziehen, damit er den König von Malaysia tötet, ist allein schon herrlich durchgedreht. Außerdem hält der Film den Song für die nächste Generation am Leben, was ich sehr schön finde. Zumal ich selbst gar nicht mehr so sehr dafür sorge: Einerseits stand ich in den vergangenen 15 Jahren nicht mehr so oft auf der Bühne, andererseits spiele ich bei Konzerten lieber ›Two Tribes‹ oder ›The Power Of Love‹.«


Frankie Goes To Hollywood »Relax«

Maha-hiya
Give it to me one time now
Well-ell No-oh Well-ell

Relax don’t do it
When you want to go to it
Relax don’t do it
When you want to come
Relax don’t do it
When you want to suck it to it
Relax don’t do it
When you want to come
When you want to come

Relax don’t do it
When you want to go to it
Relax don’t do it
When you want to come
Relax don’t do it
When you want to suck it to it
Relax don’t do it
When you want to come
Come
Whoa-oh-oh

But shoot it in the right direction
(Yeah yeah yeah yeah-ee-yeah)
Make making it your intention
(Ooh yeah oo-yeah)
Live those dreams
Scheme those schemes
Got to hit me (hit me)
Hit me (hit me)
Hit me with those laser beams
Laser beam

(One, two, three ...)
Relax
Don’t do it
Relax
When you want to come (come)

Aa-aa-aa-aa-aa-aa-aa-aa
I’m coming
I’m coming (yeah-yeah-yeah-yeah-ea)

Relax (don’t do it)
(When you want to suck it to it) What’s inside me? (?)
(Relax don’t do it)
(When you want to come)
(Relax don’t do it) Way-ay
(When you want to suck it to it) Way-hay
(Relax don’t do it) Love!
When you want to come
When you want to come
When you want to come
Come

Hoo-ah!

Get it up
The scene of love
Oh feel it

Relax don’t do it
When you want to go to it
Relax don’t do it

Relax don’t do it
When you want to suck it to it
Relax don’t do it

One time (one time one time)

Hey
Come!


Holly Johnson »Europa« (Pleasuredo / VÖ 24.10.14)

Holly Johnson

Europa

Release: 28.09.2014

℗ 2014 Pleasuredome