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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Modern Ruin«

Frank Carter & The Rattlesnakes

Nach den Stadion-Avancen des Nebenprojekts Pure Love und dem feurigen Rattlesnakes-Debüt »Blossom« trifft Frank Carter mit »Modern Ruin« die goldene Mitte – auch wenn die in diesem Fall natürlich immer noch pechschwarz bleibt.
Geschrieben am
Verblüffend ist zunächst, wie gut die großen Gesten von Pure Love und der Hardcore, für den Carter bereits seit seiner Erstband Gallows bekannt ist, doch zusammenpassen. Hat ja schließlich nie jemand gesagt, dass kratzige Gitarrenriffs nicht glasklar gemastert sein oder Ohrwurmmelodien nicht geschrien werden dürfen. Zumindest wird das nach Songs wie »God Is My Friend« keiner mehr sagen. Zu einem Song wie »Wild Flowers« kann sogar richtig getanzt werden – und nein, damit ist nicht die Art von Tanz gemeint, die in autonomen Jugendzentren gerne »Violent Dancing« genannt wird. Diese Offenheit für neue Stile ist auch das, was »Modern Ruin« zu mehr als einem Frank-Carter-Best-of macht: »Acid Veins« atmet so viel Blues, wie es Wüstenstaub wieder ausspuckt; »Thunder« wiederum ist eine Powerballade für alle Powerballaden-Hasser. Dementsprechend schwanken auch Carters Vocals zwischen Geschrei, Gesang und – auf »Neon Rust« – einem Croonen, das die düstere Dystopie des Textes geradezu attraktiv wirken lässt. Als wichtigste Bezugspunkte für »Modern Ruin« nennt der Brite Referenzalben von Bands wie Glassjaw oder Deftones – passt. Die haben es zwar auch nie in die ganz großen Arenen geschafft, aber will denn wirklich jemand ein Stadion voller Hardcorepunks sehen?

Frank Carter & The Rattlesnakes

Modern Ruin

Release: 20.01.2017

℗ 2017 International Death Cult