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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Fast Man, Raider Man

Frank Black

Nicht das von vielen halb ängstlich, halb freudig ersehnte neue Pixies-Reunion-Album erscheint zuerst, nein, mal wieder ein Frank-Black-Solowerk. Ein Doppelalbum gar, das 27 Songs und exakt 94,52 Minuten lang nicht für zwei Pfennig ein Hinweis darauf sein will, was Frank Black mit den Pixies im Stud
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Nicht das von vielen halb ängstlich, halb freudig ersehnte neue Pixies-Reunion-Album erscheint zuerst, nein, mal wieder ein Frank-Black-Solowerk. Ein Doppelalbum gar, das 27 Songs und exakt 94,52 Minuten lang nicht für zwei Pfennig ein Hinweis darauf sein will, was Frank Black mit den Pixies im Studio noch zu leisten im Stande sein könnte oder auch nicht. Hat ja eigentlich auch niemand erwartet, schließlich führt Frank Black mit “Fast Man, Raider Man” nur trotzig die Tradition seiner letzten Soloscheiben fort. Fernab von kreischenden Pixies-Gitarrenscharmützeln wird hier auf höchstem Niveau in Americana-, AltCountry- und Soul-Gefilden musiziert. Nick Cave und Van Morrison grüßen aus der Ferne. Sehr warm alles, sehr unaufgeregt und sehr sich selbst genügend. Wer hier Innovation sucht, hat selbst Schuld. Die Sache ist rund. Der Song ist der Star, und das nächste Album ist immer das schwerste. Diesmal vermutlich wirklich. Zumindest, wenn es tatsächlich das halb freudig, halb ängstlich befürchtete neue Pixies-Album wird. Oder am Ende doch wieder Herr Black solo? Da weiß man zumindest, was man kriegt! Noch mehr? Na gut, hier noch mal drei Fragen an den Meister a.k.a. Frank Black selbst:

Warum hast du ein Doppelalbum veröffentlicht und nicht eine CD nach der anderen?

Die Plattenfirmen wollen nicht gern so viele CDs herausgeben, weil sie Angst haben, dass du damit den Markt überflutest. Mir erscheint das nicht als Problem: Du bringst einfach mehr Platten raus, und entweder die Leute kaufen sie oder eben nicht. Hätte ich eine CD nach der anderen herausgebracht, hätte mein Label gewollt, dass ich zehn Monate warte, bevor ich die nächste veröffentliche. Und in dieser Zeit hätte ich sicher schon eine weitere Platte aufgenommen. Ich will keine Dinge anhäufen und warten. Ich entschied also: Es wird eine große Party, und alle Songs sind eingeladen.

Was denkst du, warum dein musikalischer Output so rasant ist?

Sicherlich ist das eine Sucht. Die Sucht danach, Aufnahme-Sessions zu machen, die Sucht danach, mit Musikern abzuhängen und zu sehen, was sie tun. Die Neugier, die Ergebnisse zu hören. Die Songs selbst werden dabei manchmal zur Nebensache. Ein guter Song bekommt ein Eigenleben und kann zu einem großartigen Song werden, den jeder liebt. Aber ist das wirklich der Grund, warum sich ein junger Mann eine Gitarre umschnallt, um in einer Band zu spielen? Ich glaube nicht. Ich glaube, sie tun das wegen der Idee: “Ich weiß, wir werden nie wie die Beatles werden. Aber wie fühlt es sich an, Musik aufzunehmen, vielleicht sogar, auf Tour zu gehen und Platten zu verkaufen?”

Im Vergleich zu den Pixies klingt das neue Material entspannter. Kommt das mit dem Alter?

Es ist komplizierter als “Oh, ich bin älter und deshalb langsamer.” Du wirst älter und willst deine Muskeln auf eine andere Art spielen lassen als früher. Wenn du jung bist, willst du nur sagen: “Oh yeah! Fickt euch alle! [schreit] Yaaaarrr!” Wenn du älter wirst, verändert sich deine Vorstellung von Coolness. Du willst wie Johnny Cash sein, wie Frank Sinatra, wie Leonard Cohen oder Bryan Ferry. Du willst fähig sein, jeden platt zu machen, einfach, indem du sagst [er schnippt dazu mit den Fingern und spricht mit ruhiger, tiefer Stimme]: “Hey ... Babe.”