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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Optische Täuschung«

Fraktus II

Ein Traum wird wahr: Fraktus sind gespalten. Endlich kann Bernd Wand seinem Genius die Freiheit schenken. Gemeinsam mit seiner Mutter.
Geschrieben am
Fraktus bewegen sich rückwärts in der Zeit. Zunächst einmal haben sie Techno erfunden. Wie Kraftwerk, denen das ja immer wieder fälschlicherweise angedichtet wurde. Kraftwerk selber haben ihre Wurzeln in Querflöte und Krautrock, jener experimentellen Hippie-Ursuppe, der die größten popmusikalischen Impulse erwuchsen und deren Protagonisten sich genauso zerlegten. Dort sind auch Fraktus angekommen, die mit Fraktus II nun einen Ableger schufen wie einstmals Amon Düül II oder die heute in doppelter Form existierende Band Faust. Fausts Urmitglied Hans-Joachim Irmler war wiederum Initiator des Klangbad-Festivals im schwäbischen Scheer, dem Sehnsuchtsort von Fraktus’ Bernd Wand, der sich wie im Film hier nun auch in der Diskografie abspaltet. Das Festival existiert nicht mehr, dafür ein Label gleichen Namens, auf dem die Platte von Fraktus II nun erscheint, aufgenommen im Faust-Studio unter Mitwirkung von Margit Wand (Mutter), Carsten Meyer (Erobique) und mithilfe von Irmler (Faust) selbst. Im Begleittext der Platte bittet Bernd Wand die Mitglieder seiner Ex-Band Fraktus um Kontaktaufnahme und verbietet alle weiteren Variationen des Bandnamens. In seiner Realität taucht der Tüftler/Optiker Wand mit »Optische Täuschung« ganz wie damals Amon Düül II in eine tiefere Musikalität ein. Andere Realitäten könnten allerdings im reziproken Verhältnis zur Musikgeschichte des Krautrock eher eine Hinwendung als eine Abkehr von den Drogen erkennen. Eine weitere (sehr populäre) Realität kennt Bernd Wand als »Jacques Palminger« und erkennt gerade in den zumeist von »Mutter« Margit Wand vorgetragenen Texten seine Handschrift. Welche der rivalisierenden Realitäten sich auf Dauer durchsetzen soll, wird gerade in einem Sonderausschuss von Sergius Golowin, Timothy Leary, Rolf-Ulrich Kaiser und Uwe Nettelbeck besprochen. Ein Gerichtsprozess ist nicht ausgeschlossen.

Klangbad (Broken Silence)

Optische Täuschung