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Fotostrecke: So war's in Köln

Arctic Monkeys live

Alex Turner wird immer mehr zum Solo-Künstler, seine Supportband 1000 Robota drohte ihm die Show zu stehlen, meint unser Autor Florian Weber.
Geschrieben am
22.06.2011, Köln, E-Werk

Alex Turner hat sich hübsch gemacht. Die Ärmel seines schwarzen T-Shirts sind hochgekrempelt. Die dunklen Haare hängen in die Stirn. Der Sänger der Arctic Monkeys verkörpert genau die Kraft und Eleganz, die das neue Album »Suck It And See« auf langen Strecken vermissen lässt. So passt es, dass die Arctic Monkeys in der ersten Hälfte des Sets neben dem posigen Opener »Library Pictures« und dem kühl-groovenden »Don’t Sit Down Cause I’ve Moved Your Chair« (von Turner angekündigt als: »Setz Dich nicht, denn dein Stuhl ist weg«) kein Lied ihrer neuen Veröffentlichung vorzeigen. Zu sehr würden die vor sich hinplätschernden Songs anstelle von Krach, Kraft und Hast, wonach die Band zu Beginn verlangt, ein blasses Nichts entstehen lassen. Stattdessen: »Ipp Dipp, Dog-Shit Rock And Roll«.

Das ändert sich mit dem 70s-like stupid-stampfigen »Brick By Brick«. Eigentlich ein veritables Belegexempel für die These, dass das klassische Quad-Lineup vom Aussterben bedroht sein dürfte, sorgt es für maximale Bewegung im Publikum, das von jugendschutzrelevant bis »gesetzt«, und zwar nicht nur auf der Tribüne, reicht. Man hängt und hält halt doch immer am Gewohnten fest.

Dennoch: Die Arctic Monkeys agieren von diesem Moment an tranig und kühl. Mehr Arctic als Monkey. Auch wenn Alex Turner in einer seiner sparsam gestreuten Ansagen beteuert: »We are having a good time!«, und sich abfeiern lassen darf zur Zeile »He's a scumbag, don't you know«, die zum regulär abschließenden »When The Sun Goes Down« gehört – Dass die Backingband, und mehr ist Arctic Monkeys minus Turner heute nicht, von der Bühne flüchtet und ihren Frontmann allein den Song zu Ende spielen lässt, spricht für sich.

Bei Vorbands wird der Saft ja im Allgemeinen etwas niedriger angesetzt, um dem Mainact nicht ins Gehege zu kommen. Auch heute hält sich der Mischer daran. Die Arctic Monkey klirren noch Stunden später in den Ohren nach. Dennoch bleibt als Erinnerung an den heutigen Abend, dass die Hamburger Gruppe 1000 Robota, die das Konzert eröffnete, die leidenschaftlichere und lautere Band war, weil sie einfach mehr zu sagen hatte.




[tour artist=Arctic Monkeys]