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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Skin And Bones

Foo Fighters

Eines muss man Dave Grohl auf jeden Fall und für immer lassen: Er ist ein großer Entertainer. So was wie der Robbie Williams des Arsch-Rocks – und das soll jetzt nicht despektierlich klingen. Scheinbar irrlichternd zwischen Größenwahn und Selbstironie gibt er auf der Bühne mal den Clown, mal den Roc
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Eines muss man Dave Grohl auf jeden Fall und für immer lassen: Er ist ein großer Entertainer. So was wie der Robbie Williams des Arsch-Rocks – und das soll jetzt nicht despektierlich klingen. Scheinbar irrlichternd zwischen Größenwahn und Selbstironie gibt er auf der Bühne mal den Clown, mal den Rockstar, mal den netten Jungen von nebenan und hat dabei sein Publikum immer fest und fröhlich im Griff und obendrein eine gewisse unterhaltsame Ähnlichkeit mit Tim Curry aus der „Rocky Horror Picture Show“. Nötig wäre die ganze Hampelei letztlich nicht – die Foo Fighters überzeugen musikalisch, live ebenso wie auf Platte, wie auch „Skin And Bones“ beweist. Aufgenommen wurde das Live-Album im Sommer 2006 bei einem acoustic Gig in Los Angeles. Der Reiz solcher Auftritte liegt natürlich auch darin, herauszufinden, was die altbekannten Songs denn noch so hergeben, wenn man die üppige Instrumentierung der Studioaufnahme abstrippt. Und das ist hier eine ganze Menge – was an Wucht verloren geht, gewinnen die Stücke an Energie und Lebendigkeit. Zu hören ist das an einer Auswahl Tracks vom ersten bis zum neuesten Album. Manche, wie „Walking After You“, sind natürliche Kandidaten für das Unplugged-Experiment, andere eher überraschend – ganz groß: „The Best Of You“, das Grohl nur mit einer Akustikgitarre und seiner Stimme bewaffnet derart rausknallt, dass man gar nicht merkt, was da alles eben auch gar nicht fehlt. Was nicht heißen soll, dass seine Bandkollegen und die Gastmusiker überflüssig wären – die alternativen Arrangements kommen mit Mundharmonika, Violine und Klavier durchaus spannend daher. Einzig „Everlong“, vielleicht die Foo-Fighters-Hymne überhaupt, verliert, wie man auch schon auf der Europatournee im letzten Winter etwas unglücklich feststellen durfte, in dieser Fassung zu viel von der Atmosphäre und Dynamik der Originalversion, um noch zu funktionieren. Auch der redlich bemühte Publikumschor, sonst zuverlässiger Garant fürs Feuerzeug-Schwenk-Feeling, kann da nichts mehr retten. Aber 14 großartige Nummern sind ja auch schon was; und wem das nicht reicht, für den gibt’s noch die DVD, die paar zusätzliche Tracks zu bieten hat. Und bestimmt auch Momente amüsanter Ähnlichkeit mit Tim Curry.