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The Ayes Will Have It

finn.

& Like A Stuntman Fresh Air Is Not The Worst Thing In Town Highpoint Lowlife / Cargo Es wäre so einfach, bei Patrick Zimmers zweitem Album nach möglichen Klischees zu suchen, sie zu finden und sich bestätigt zu fühlen - im Negativen wie im Positiven. Aber das wäre zu einfach. Vielmehr geht es da
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&
Like A Stuntman
Fresh Air Is Not The Worst Thing In Town
Highpoint Lowlife / Cargo

Es wäre so einfach, bei Patrick Zimmers zweitem Album nach möglichen Klischees zu suchen, sie zu finden und sich bestätigt zu fühlen - im Negativen wie im Positiven. Aber das wäre zu einfach. Vielmehr geht es darum, sich von den Assoziationen zu lösen, die Zimmer mit seinem Alter Ego finn. und "Expose Yourself To Lower Education" von 2003 weckte: ein verträumter, etwas weinerlicher Endzwanziger mit dem musikalischen Puls eines Bären im Winterschlaf; die fragile Kopfstimme inmitten schwelgerischer Klangflächen; seine Comicfigur, die auch bei "The Ayes Will Have It" mit großen, scheuen Augen vom Cover blickt. Vieles macht finn. richtig: richtige Stadt (Hamburg), richtiges Label (Sunday Service), richtige Single ("Electrify" mit kräftig pluckernden Konserven-Beats, Streichern und einem eingängigen Refrain). Ansonsten bleibt finn. weiterhin finn., wechselt nicht nur bei "Speculate, Speculate" oder "No, I'm Not" zwischen Ballade, Pop und Pop-Ballade. So hat Patrick Zimmer eine heimelige Nische für sich geschaffen, die an manchen Tagen gewaltig nervt und einem an anderen den Tag rettet. Der Albumtitel sagt es bereits: Die Mehrheit wird dafür sein.

Like A Stuntman müssen sich ein solches Trademark erst noch erspielen. Das Quartett aus dem Großraum Frankfurt/Darmstadt ließ erstmals mit seinem Beitrag auf dem The-Fall-Tribute "Perverted By Marc E." aufhorchen - nun folgt das Debütalbum "Fresh Air Is Not The Worst Thing In Town" von Sven Fritz (Gesang, Gitarre), Matthias Gros (Bass), Christian Fleck (Tasten, Synthesizer) und Tobias Ullrich (Schlagzeug). Immer inklusive: angenehm verquere Ideen, kantige Arrangements und überraschende Wendungen, wenn beispielsweise ein Schlagzeugwirbel bei "Kingkongs" (Hit!) einen folgenden Höhepunkt vortäuscht und stattdessen den Song abrupt beendet. Indietronic? Okay, bei einer Betonung auf Indie. Namen merken, Platte kaufen und zu ihren Konzerten gehen.