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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Ab dem 24.03.05 im Kino

Filmstarts der Woche

Kinsey R: Bill Condon; D: Liam Neeson, Laura Linney, Peter Sarsgard, Timothy Hutton etc. Neue Helden! Der Biologe Alfred Kinsey revolutionierte 1948 die Sexualforschung durch zwei Pionierarbeiten, die Schluss mit ignoranter Drangsalierung und menschenfeindlichen Tabus machen sollten. Unübersehbar:
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Kinsey
R: Bill Condon; D: Liam Neeson, Laura Linney, Peter Sarsgard, Timothy Hutton etc.
Neue Helden! Der Biologe Alfred Kinsey revolutionierte 1948 die Sexualforschung durch zwei Pionierarbeiten, die Schluss mit ignoranter Drangsalierung und menschenfeindlichen Tabus machen sollten. Unübersehbar: das Biopic von Empathie-Experte Condon ('Gods and Monsters') greift direkt herrschende Verhältnisse an. So schreckte der Film in Amerika bereits die üblichen "Christen" aus ihrem privaten Mittelalter, von Nigeria und Köln-Mengenich ganz zu schweigen. Trotzdem: Neeson ist klasse als akribische Forscherseele mit emotionaler Legasthenie und selbst die, die sich ihr Sexualleben in aller Freiheit haben ruinieren lassen, sagen Danke, Alfred!

Million Dollar Baby
R: Clint Eastwood; D: Hillary Swank, Clint Eastwood, Morgan Freeman etc.
Cooler Typ, der Eastwood. Dreht nur noch prima Filme und entschuldigt sich sogar für die schlechten alten ('Dirty Harry'). In der oscarveredelten (ich weiß, ihr wisst, das bedeutet nichts) Boxerballade riecht man den Schweiß, altmodisches Filmemachen, und eine Realität härter als der Intro-Einband. Nach gediegenen 90 Minuten Kämpfen-und-Siegen-Losung kommt's dann knüppelhart, und alle, die 'Das Meer in mir' zu lasch fanden, werden ins Boot geholt. Tolle Darstellungen throughout, und ganz schmutziger Lorbeer.

Miss Undercover 2
R: John Pasquin; D: Sandra Bullock, Regina King, Enrique Murciano, William Shatner etc.
Arme Sandra Bullock! Da hat sie mal einen guten Film gedreht ('Speed' - vor 11 Jahren!), und rennt seitdem ihrer Form hinterher. Das Schlimme ist, jeder weiß es und vergleicht sie trotzdem immer noch mit Julia Roberts. Andererseits: würde Julia Roberts 'Pretty Woman 2' drehen? Nö. Wohl aus Angst, der könnte so schlecht werden wie dieser laue Aufguss hier. Und das ist Bullocks ganz spezielles Fegefeuer: zu langweilig und bemüht, um entweder charmant oder kultig-trashig zu sein, aber immer gute Miene machen müssen.

The Nomi Song
R: Andrew Horn
Wer Anthony and the Johnsons noch nicht hat und seine Gäste trotzdem gekonnt quälen will, greift zur Klaus-Nomi-LP. Ein reverentes Außenseiterporträt über den Allround-Amateur, gegen den Bowie wirkt wie John Mellencamp, gelingt Fanboy Andrew Horn, der das Schaffen der kurzlebigen Pop-Primadonna für die Nachwelt festhält. Nuanciert und beizeiten düster, aber dabei immer das, was die Alten ehrlich nannten.

Reine Chefsache
R: Paul Weitz; D: Dennis Quaid, Topher Grace, Scarlett Johansson etc.
Im Zuge der Großen Fusionierungen kriegt ein alter Haudegen (Quaid) einen gernegroßen Frischling von der Uni als Chef vor die Nase gesetzt. Für altmodische Business-Werte ist der Grünschnabel nicht zu gewinnen, wohl aber für die junge Tochter des degradierten Könners. Klasse: Komödien-Fachmann Weitz ('About a Boy') gelingt es tatsächlich, einen sehenswerten Spagat zwischen Globalisierungskritik und charmanter Komödie hinzukriegen, ohne dass nachher einer von den beiden weinen muss. Ein witziges Drehbuch und eine tolle Besetzung machen das Lachen leicht und das Publikum zu Fans.

Wimbledon - Spiel, Satz und ...Liebe
R: Richard Loncraine; D: Kirsten Dunst, Paul Bettany, Kyle Hyde, Robert Lindsey etc.
Abgehalfterter Tennis-Pro verknallt sich in Wimbledon-Champion - ausgerechnet während des Turniers. Spider-Braut Dunst und Gangster Nr. 1 Bettany sehen aus wie die richtigen Gesichter für eine süße Komödie, aber zu früh gefreut: 'Wimbledon' hat nicht viel mehr zu bieten als eine gnadenlos unoriginelle Stoy, die die pausenlosen, vulgären Sex-Witzchen auch nicht eben subtiler wirken lässt. Ein Doppelfehler von einem Film, wie die Cinema-Schreiber sagen würden.