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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Ab dem 03.03.05 im Kino

Filmstarts der Woche

Code 46 R: Michael Winterbottom; D: Tim Robbins, Samantha Morton, Om Puri, Jeanne Balibar etc. Bestenfalls "interessant" ist Michael Winterbottoms ("Welcome to Sarajevo") Genre-Mix aus Sci-Fi, Liebe und Sozialdrama zu nennen. In einer nicht allzu fernen Zukunft sind menschliche Interaktionen
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Code 46
R: Michael Winterbottom; D: Tim Robbins, Samantha Morton, Om Puri, Jeanne Balibar etc.
Bestenfalls "interessant" ist Michael Winterbottoms ("Welcome to Sarajevo") Genre-Mix aus Sci-Fi, Liebe und Sozialdrama zu nennen. In einer nicht allzu fernen Zukunft sind menschliche Interaktionen bis zum genetischen Informationsaustausch (Sex) hin streng reglementiert, um die Stabilität eines exklusiven Staatenverbundes zu gewährleisten. Das Thema erschließt sich natürlich peinlich schnell: die Preisgabe alles (zwischen)menschlichen Gefüges im Namen globalisierten Wachstumsdenkens et cetera. Klar, nieder damit. Macht halt nur nicht notwendigerweise einen engagierenden Film, wie der Zuschauer allzu bald feststellen muss, und worüber ihn schicke Fotos aus den architektonischen Treibhäusern dieser Welt nicht hinwegtrösten werden.

Der Fluch
R: Takashi Shimizu; D: Sarah Michelle Gellar, Jason Behr, William Mapother, Clea DuVall etc.
Der Lack ist ein bisschen ab: Horror aus Japan hatte sich ja als Qualitätsprodukt rumgesprochen, aber jetzt bringen die auch schon die ewig gleichen Muster und Motive. Ein Haus mit hinterhältiger Aura killt offenbar seine Bewohner, und Buffy als neugierige Krankenschwester geht der Sache auf den seichten Grund. Shimizus Remake seines eigenen Films von letztem Jahr ist eine routinierte Übung in Türenquietschen und Zähneklappern, aber ein bisschen mehr hätte es da schon sein können.

Hitch - Der Date Doktor
R: Andy Tennant; D: Will Smith, Eva Mendes, Kevin James, Amber Valetta etc.
Nichts Neues unter der Sonne bietet auch diese Komödie über einen Profi-Kuppler, der vertrottelten Stadtmenschen bei der Balz unter die Arme greift. Natürlich nur Männern. Merke: Filme mit einem 20-Millionen-Dollar-Star sind eben in der Regel auch nur für 20 Millionen Dollar witzig, spannend oder charmant. Und zielen knallhart auf den Mainstream. Der Kassenerfolg gibt diesen kalt berechnenden Spekulanten recht, aber wir schonen unsere verwöhnten Lachmuskeln und warten auf "Reine Chefsache", gelle?

Main Hoon Na
R: Farah Khan; D: Shah Rukh Khan, Sushmita Sen, Zayed Khan, Amrita Rao etc.
Immer noch schwer vermittelbar sind die sogenannten "Bollywood-Filme", die scheinbar durch die Bank den Ehrgeiz haben, jeden ihrer Vorgänge in allen möglichen Disziplinen zu übertreffen. Und da ist "Main Hoon Na" definitiv ein Contender: in knackigen 180 Minuten gibt es Terrorbekämpfung, Liebesgeschichte und Familienzusammenführung in epischer Proportion. Getanzt darf natürlich auch werden, und von "Matrix" über Popstars bis Emanzipation handelt der Film im Grunde von Allem. Visuell ist das ansprechend, beizeiten geradewegs kurzweilig, auch wenn sich spätestens am (voraussehbaren) Ende harmoniesüchtigerweise wieder alles zu Null summiert. Mal sehen, ob man das nicht noch aufwendiger darstellen kann, hehe.

Shandurai und der Klavierspieler
R: Bernardo Bertolucci; D: Thandie Newton, David Thewlis, Claudio Santamaria etc.
Sechs Jahre nach seiner Entstehung wird dieser "Bertolucci" nun nachgereicht, der vielleicht besser da aufgehoben war, wo er herkommt. Im Fernsehen zum Beispiel, denn die Geschichte einer afrikanerischen Studentin, die im Italien der Jetztzeit das erlebt, was man früher schamlos "culture clash" nannte, ist unglaublich hölzern und schablonenhaft in ihrem Bemühen, dem Publikum die Außenseiterperspektive aufzudrängen. Was bei den dramatischen Momenten des Filmes schon schwierig ist, wird beim Thema Liebe vollends zur Belastungsprobe: die behauptete Realitätstreue war vermutlich nie aktuell.

Silentium
R: Wolfgang Murnberger; D: Josef Hader, Simon Schwarz, Joachim Krol, Maria Köstlinger etc.
Auch Österreicher sterben, manchmal sogar freiwillig. Aber nach Selbstmord sieht es für Stehgreif-Detektiv Brenner nicht aus, zumal der Tote am Fuß des Salzburger Mönchsbergs vorher noch seine ehemalige Klosterschule des sexuellen Missbrauchs bezichtigt hatte. Ein Zusammenhang? Nur Gutes über diesen feinen Krimi, der akkurate Gesellschaftsaufnahmen mit wüster Brutalität paart. Gegen Josef Haders lakonisches Wurzelgesicht wirkt selbst Humphrey Bogart wie ein hyperaktiver Spaßvogel, und die brachiale Schärfe des Tons ist realer als Mein Block.