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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Ab dem 02.09.04 im Kino

Filmstarts der Woche

Anything Else R: Woody Allen; D: Jason Biggs, Christina Ricci, Woody Allen, Danny DeVito etc. Jerry (Jason Biggs) hat die Art von Beziehungsstress, wo man eigentlich schon nicht mehr von Beziehung reden kann. Als Ratgeber steht ihm ausgerechnet ein paranoider Soziopath (Woody Allen) zur Seite - na
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Anything Else
R: Woody Allen; D: Jason Biggs, Christina Ricci, Woody Allen, Danny DeVito etc.
Jerry (Jason Biggs) hat die Art von Beziehungsstress, wo man eigentlich schon nicht mehr von Beziehung reden kann. Als Ratgeber steht ihm ausgerechnet ein paranoider Soziopath (Woody Allen) zur Seite - na prost. Zurück auf 'Manhattan'-Terrain schafft Allen zur Abwechslung mal wieder eine jener Geschichten, die zuerst ans Zwerchfell und dann ans Eingemachte geht. Wie pflegte er immer zu sagen? "Wenn sich nach meinem Film nur ein Mensch mehr miserabel fühlt, dann bin ich mit meiner Arbeit zufrieden." Sehr schön.

Die Kühe sind los
R: Will Finn, John Sanford
In Disneys offiziell letztem Zeichentrickfilm (zu teuer, zu altbacken, zu un-nemo, blabla) machen drei Kühe einen Viehdieb dingfest und kassieren die Belohnung, die ihre Farm rettet. Ein eher kindgerechter, bezugsreicher Streifen, der mit seiner gutmütigen Moral und den liebevollen Animationen einen würdigen Abschied darstellt. Die Jodel-Szenen von Alameda-Slim sind womöglich sogar richtig zeitlos und machen auch Erwachsenen mit ihrem Gaga-Humor Spaß und Mut.

Oldboy
R: Park Chan-wook; D: Choi Min-shik, Yoo Ji-tae, Gang Hye-jeong etc.
Grundlos eingesperrt von einem unbekannten Sadisten, wird Dae-su Oh nach 15 Jahren Haft wieder an die Luft gesetzt. Logisch, dass er da mal wissen will, was das ganze sollte, und Indizien finden sich auch nach und nach... Heftig abgeliebt von der internationalen Presse trifft 'Oldeuboi' nun auch in heimische Kinos ein, und auch wenn der phantasievolle Thriller eigentlich permanent selbst übersteuert, muss sein gestalterischer Reichtum zwischen all der Magerkost einfach auffallen. Sanft und abwechselnd hart, gespenstisch und lustig - endlich mal wieder eine komplette Mahlzeit, die "von mir aus jetzt noch ne Stunde so weitergehen könnte" (ein Filmkritiker).

Riddick - Chroniken eines Kriegers
R: David Twohy; D: Vin Diesel, Colm Feore, Judy Dench, Linus Roache etc.
Irgendwie die Fortsetzung von 'Pitch Black', von dem ich nur noch in Erinnerung habe, dass sich Vin Diesel da mit Maschinenöl und einer Machete den Schädel rasiert hat. Also nur Gutes. Offenbar steckt hinter dieser Figur (Riddick - was ein Name!) noch ein ganzes mythologisches Universum irgendwo zwischen 'Matrix' und 'Mad Max', und besonders friedlich geht es da nicht zu. Stöhn, ächz, sagt das Feuilleton. Ich aber sage: Werft euer Geld doch ruhig mal einem solchen Campfest in den Rachen, seht Judy Dench in lustigen Klamotten, und schmachtet die animalische Kraft von Denkpille Diesel an. Keine soziologische Signifikanz whatsoever übrigens.

Silent Waters
R: Sabiha Sumar; D: Kirron Kher, Aamir Malik, Shilpa Shukla, Arshad Mahmud etc.
Krieg muss sowieso anders behandelt werden. Dekonstruktivistisch zum Beispiel. Wie in dem formidablen "Silent Waters" etwa, in dem die fanatische Radikalisierung in Kaschmir auf "persönliche Schicksale heruntergebrochen wird". Na, wie war ich? Wir begleiten eine Gruppe moslemischer Jugendlicher, die sich ungeachtet der faktischen Segregation redlich bemühen, den Hass gegen die Hindu-Pilgerer zu schüren, die das kleine Städtchen einmal im Jahr aufsuchen. Moderate Stimmen sind da mal wieder kleinlaut, die Armut umso größer, und die Phantomangst vor dem Anderen wächst nur mit der Entfernung. Packend.

Sommersturm
R: Marco Kreuzpaintner; D: Robert Stadlober, Kostja Ullmann, Tristano Casanova, Marlon Kittel etc.
Robert Stadlober ist schwul. In diesem Film. Vielleicht auch sonst - egal. Hehres Anliegen von 'Sommersturm' ist es nämlich, die Leute endlich von dieser hysterischen Geschlechterfixierung runterzukriegen. Seit jeher natürlich auch die Mission von Intro, hehe. Nicht nur deshalb gefällt der witzig/ sensible Film über den Gender-Clash im Ferienlager. Außerdem gibt's endlich mal etwas expliziteren Boy-on-boy-Sex, wodurch der ein oder andere vielleicht auf den Geschmack kommt. Mensch! Alles muss man euch vormachen!

Street Style
R: Chris Stokes; D: Omarion, Marques Houston, J-Boog, Li'l Fizz, Raz B, Jennifer Freeman etc.
Streetstyle muss man haben, wenn man aus der Hood kommt, das ist klar wie Sido und Azad. Es hilft natürlich auch, wenn man "den Dicksten" hat, sonst ist's nämlich Essig mit den "Fuffies" und den "Ladies", was wiederum "schwul" wäre. Klingt das verbittert? Nun ja, es würde helfen, wenn dieser Tanzfilm über "Skills" und "Respect" nicht das Klischee von einem Klischee wäre, und mehr bieten könnte als coolen Breakdance, wie ich ihn jetzt zugegebenermaßen nicht drauf hätte. So lernen wir nur, dass Loyalität und Echtheit irgendwie wichtig sind. Und das wissen wir ja schon. Word.

Wie ein einziger Tag
R: Nick Cassavetes; D: Ryan Gosling, Rachel McAdams, James Garner, Gena Rowlands etc.
Der gefühlige Film über einen geduldigen Vorleser im Altenheim nach dem ebenso gefühligen Bestseller von Nicholas Sparks kommt auf der Leinwand nicht so richtig zurecht. Zwar kann Regisseur Cassavetes (der andere) die sentimentale Doppelgeschichte artgerecht entwirren und bringt auch die gediegenen Bilder dafür mit, aber die Lebendigkeit der dünnen Charaktere geht ihm dabei flöten. Genau wie das Interesse des geneigten Zuschauers, der sich dabei doch so nach Nähe sehnt. Fazit: Mehr Mahagonikommode als Film.