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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Ab dem 06.05.2004

Filmstarts der Woche

Elling - Nicht ohne meine Mutter R: Eva Isaksen; D: Per Christian Ellefsen, Grete Nordra, Helge Reiss etc. Er ist zurück! In Teil 2 der Elling-Trilogie (rein chronologisch der erste) eskortiert Elling seine Mutter zum Mallorcaurlaub. Und wie das so ist bei Elling: Man muss es so aussehen lassen, a
Geschrieben am

Elling - Nicht ohne meine Mutter
R: Eva Isaksen; D: Per Christian Ellefsen, Grete Nordra, Helge Reiss etc.
Er ist zurück! In Teil 2 der Elling-Trilogie (rein chronologisch der erste) eskortiert Elling seine Mutter zum Mallorcaurlaub. Und wie das so ist bei Elling: Man muss es so aussehen lassen, als sei es seine Idee gewesen. Unser unwahrscheinlicher Held macht es auch diesmal dem Kinogänger leicht, ihn ins Herz zu schließen. Denn der Kinogänger weiß: Im Grunde sind wir alle ein bisschen Elling. Wenn wir bei Intro arbeiten, vielleicht sogar noch ein bisschen mehr.

Seit Otar fort ist ...
R: Julie Bertucelli; D: Esther Gorintin, Nino Khomasuridze, Dinara Droukarowa etc.
... herrscht Trübsal in Tiflis. Als der georgische Gastarbeiter dann bei einem Baustellenunfall in Paris ums Leben kommt, entschließt sich die Familie, seinen Tod vor seiner Mutter geheim zu halten - mit unabsehbaren Konsequenzen. Jaja, mit solchen Themen schmust man das Arthaus-Publikum an, sollte man meinen. Aber nein, 'Otar' kommt größtenteils unsentimental, trocken-witzig und verhalten optimistisch daher. Schöne Bilder auch. Filme aus dem Osten kommen ja demnächst ganz groß raus, aber ich hab's euch zuerst gesagt.

Sie nennen ihn Radio
R: Michael Tollin; D: Cuba Gooding Jr., Ed Harris, Alfred Woodard, Brent Sexton etc.
Ein geistig zurückgebliebener Balljunge im Amerika der 70er ist es, den sie "Radio" nennen. Weil er immer ein Radio dabei hat. Mit der Toleranz ist es in dem Südstaatenstädtchen aber nicht weit her, also muss Footballtrainer Ed Harris denen mal eine Lektion erteilen. Eigentlich geht der Film als rührendes Moralstück sogar in Ordnung, wenn man sich nicht dauernd in den Hintern beißen wollte, sobald der Lack oder die Kumpelei ausgepackt wird. Und die Message von der Unschlagbarkeit eines vereinten Amerika ist auch mal wieder hochnotpeinlich.

The Soul of a Man
R: Wim Wenders; D: Keith B. Brown, Chris Thomas King, James Hughes etc.
Onkel Wim, Onkel Wim! Erzähl uns doch bitte noch mal, wie das war, damals mit dem Blues! Hat Robert Johnson wirklich dem Teufel seine Seele verkauft? Würde Screamin' Jay Hawkins Marilyn Manson mögen? Man macht sich ja immer gerne über diese Rockertypen aus Deutschland lustig, die irgendwo im Mississippidelta ihre musikalische Heimat vermuten. Aber Wim Wenders' bedächtig illustrierte Nachhilfestunde geht als respektvolle Labour of Love allemal durch.

Van Helsing
R: Stephen Sommers; D: Hugh Jackman, Kate Beckinsale, Richard Roxburgh etc.
Wahr ist: Ich bin ein verbitterter alter Mann. Wahr aber auch: Es gibt Gründe dafür. Einer davon ist dieser unsägliche Gruselfilm, in dem zwei blöde aus der Wäsche guckende Stars zu extrem bräsigen Sprüchen diverse aus der Weltliteratur zusammengesampelte Monster jagen. Die Story scheint speziell für Menschen mit ADS entwickelt worden zu sein, und über die Metaebene einzelner Szenen möchte ich erst gar nicht nachdenken. In einem Kinojahr der Superlative ist das hier mit einigem Abstand die atemberaubendste Frechheit. Und ich bin rumgekommen, ich sag's euch!