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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Ab dem 18.08.05 im Kino

Filmstarts der Woche

Deuce Bigalow: European Gigolo R: Mike Bigelow; D: Rob Schneider, Eddie Griffin, Dana Min Goodman, Til Schweiger etc. Um seinem Freund, einem Chaoten-Zuhälter mit spezieller Marktnische, bei der Aufklärung einer Mordserie zu helfen, jettet "Man-Whore" Deuce Bigalow nach Amsterdam. Dieses neu
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Deuce Bigalow: European Gigolo
R: Mike Bigelow; D: Rob Schneider, Eddie Griffin, Dana Min Goodman, Til Schweiger etc.
Um seinem Freund, einem Chaoten-Zuhälter mit spezieller Marktnische, bei der Aufklärung einer Mordserie zu helfen, jettet "Man-Whore" Deuce Bigalow nach Amsterdam. Dieses neueste Furunkel an Adam Sandlers Produzenten-Hintern macht die unterste Schublade weit auf und visiert mit seinem No-Brow-Humor bisher zu kurz gekommene Ziele an, als da wären: Fettleibige, Asiaten mit kleinen Pimmeln und Tschernobyl-Kinder. Technisch gesehen ist das alles eine Komödie, aber nur wer wirklich sehen will, wie die Hauptdarsteller Fritten aus einer Kloschüssel essen, dürfte sich hier aufgehoben fühlen.

Grenzverkehr
R: Stefan Betz; D: Andreas Buntscheck, Joseph M'Barek, Ferdinand Schmidt-Modrow etc.
Zu meiner Zeit beging man sein "Coming of age" noch auf mondbeschienenen Waldlichtungen, wo man sich gegenseitig Emily Dickinson vorgelesen hat. Laut diesem Film fährt man dafür heutzutage in den Puff nach Tschechien - weil es da billiger ist. Doch Kids, die gerade aus "Deuce Bigalow" kommen, ahnen bald: Die Teenie-Geschichte um drei 16-jährige künftige Ex-Jungfrauen will mehr als Furzgags. Und so werden die kindisch-brutalen Vorstellungen der Jungs bald mit den noch brutaleren Realitäten konfrontiert, die das Dasein überhaupt erst so scheiße machen. Die meisten Jugendkomödienmotive werden noch einmal eingesetzt, aber zwischen allerhand Grobgehacktem finden sich auch leisere Töne, die Proll-Charme und Toleranzbotschaft stimmig verbinden.

Sábado - Das Hochzeitstape
R: Matías Bize; D: Blanca Lewin, Antonia Zegers, Diego Munoz, Victor Montero etc.
Werdet ihr schon von gehört haben: Dieser 60-minütige Film aus Chile, in dem die Braut erfährt, dass ihr Gespons es mit der Treue nicht so genau nimmt. Der Vergeltungsschlag dann Dogma-Style und in böser Echtzeit, damit das bürgerliche Publikum auch mitkriegt, wie seine bürgerlichen Werte auseinander genommen werden. Pustekuchen. "Sábado" ist ein typischer Fall von More of the Same und reicht zu seinem humorlosen Schockwert höchstens noch unbotmäßige Pseudo-Einsichten zum Thema Geschlechterkampf, die ich so ganz ähnlich auch bei Männer-TV auf DSF nach dem Bochum-Spiel gesehen habe.

Der Verbotene Schlüssel
R: Iain Softley; D: Kate Hudson, Gena Rowlands, Peter Sarsgaard, John Hurt etc.
Krankenpflegerin Caroline betreut einen Gelähmten in einem heruntergekommenem Südstaaten-Herrenhaus. Sie hat einen Hauptschlüssel, der nur auf eine Tür nicht passt: die zum Dachboden. Gemäß den Genre-Konventionen knarrt es viel und scheppert es zunächst wenig in Iain Softleys Gespenstergeschichte vor typischem American Gothic-Hintergrund. Doch gleichzeitig geht der Regisseur nicht flexibel genug mit den starren Formeln des Horrors um. Die reizvollen Bilder können nicht den Kontext einer charaktergetriebenen Geschichte ersetzen, und die guten Schauspieler (Peter Sarsgaard!) bekommen keine Figuren ab, die außerhalb ihrer bloßen Stichwortgeberfunktion agieren. Als Resultat macht sich hier eine dumpfe Ernsthaftigkeit breit, die ins Lächerliche umzukippen droht, sobald die Schrauben der Spannung angezogen werden sollen. Am Ende ähnelt der Streifen dann eher einem Polizeithriller im Privatfernsehen, bevor ein überraschendes Ende den Gruselfaktor noch einmal erhöhen kann. Und sei es nur, um daran zu erinnern, was für ein spannender Film das hätte sein können.