×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Ab dem 11.08.05 im Kino

Filmstarts der Woche

Bin-Jip R: Kim Ki-duk; D: Lee Seung-yeon, Jae Hee, Kwon Hyuk-ho, Joo Jin-mo etc. Ein junger Mann bricht in Häuser ein - allerdings nicht um etwas zu stehlen, sondern um kleine Reparaturen durchzuführen. Dann trifft er eines Tages eine Frau, die offensichtlich seiner Hilfe bedarf... Angeblich h
Geschrieben am

Bin-Jip
R: Kim Ki-duk; D: Lee Seung-yeon, Jae Hee, Kwon Hyuk-ho, Joo Jin-mo etc.
Ein junger Mann bricht in Häuser ein - allerdings nicht um etwas zu stehlen, sondern um kleine Reparaturen durchzuführen. Dann trifft er eines Tages eine Frau, die offensichtlich seiner Hilfe bedarf... Angeblich handeln Kim Ki-duks Filme alle von ihm selbst. Umso beeindruckender, dass der Koreaner seinem Werk hier schon wieder eine berückend schöne Bilderfolge hinzufügt, in der er sich dem Leben und der Liebe auf behutsame Weise allegorisch nähert. Kaum Worte, viele Deutungen und maximale Spannung - reinstes Kino.

Charlie und die Schokoladenfabrik
R: Tim Burton; D: Johnny Depp, Freddie Highmore, David Kelly, Helena Bonham Carter etc.
Wer ein goldenes Ticket in seiner Schokoladentafel findet, darf die Fabrik des überkandidelten Willy Wonka besuchen. Seit seiner schweren Kindheit hat der Selfmade-Mann aber buchstäblich nicht mehr alle Tassen im Schrank. Tim Burtons Verfilmung des sinistren Roald-Dahl-Kinderbuch-Klassikers ist immer dann am besten, wenn sich die Geschichte auf die traditionellen Märchenelemente stürzt, um sie genüsslich zu persiflieren. Der Rest kann sich dann auch mal im lollifarbenen Ausstattungsoverkill hinziehen wie zähe Bonbonmasse.

Inside Deep Throat
R: Fenton Bailey, Randy Barbato
Der einzige und dabei furchtbar erfolgreiche Kinoporno hieß 'Deep Throat', war von 1972 und blieb nicht nur bei Richard Nixon in bleibender Erinnerung. Das Leinwand-Phänomen mit dem haarsträubenden Plot bekommt in dieser Dokumentation jetzt nachträglich das Kultfilm-Treatment, das Larry Flynt Tränen der Rührung entlocken würde. Dass Schmuddel- und Trashästhetik nicht erst seit Ed Wood Punkte beim Diskutier-Publikum sammelt, überrascht nicht. Schließlich steckt in so manch vordergründig aufgeklärtem Pädagogikstudenten ein veritabler LL Cool J, der nur nicht so oft raus darf.

Sin City
R: Robert Rodriguez, Frank Miller; D: Bruce Willis, Mickey Rourke, Jessica Alba, Clive Owen, Elijah Wood, Brittany Murphy etc.
Die Bürger von Sin City sprechen allesamt einen höchst bleihaltigen Dialekt. Wer die Comics von Frank Miller kennt, mag aber auch vor allem die Regeln, die zum Gebrochenwerden gemacht sind. Gewalt ist hier hochstilisierter Selbstzweck und die Figuren sind mehrheitlich dämonische Grenzgänger, die ihr bisschen Würde zähneknirschend und feuerspuckend verteidigen. Verbündet mit Blutengel Rodriguez ('Es war einmal in Mexiko') gelingt Miller hier dann auch ein schwarzweißer Kino-Alptraum, der kurz gesagt zu den besten Comicverfilmungen aller Zeiten gehört. Bei 120 Minuten Knochenbrecherpoesie sollten sich Fans von 'Ghost World' oder 'Spiderman' jedoch lieber in Enthaltung üben.

Weltverbesserungsmaßnahmen
R: Jakob Hüfner, Jörn Hintzer, Tom Schreiber
Hohe Steuern, vorgezogene Neuwahlen und ein verregneter Sommer - die Welt ist nicht perfekt. Dem muss natürlich abgeholfen werden. Und welches Volk wäre dafür besser geeignet, als dasjenige, das der Welt den grünen Punkt und "Wetten dass?" schenkte? Als Gegenmittel bieten die acht absurden Episoden allerdings wenig mehr als die bewährte Ironie an, die sich keiner politischen Agenda wirklich verpflichtet fühlt. So kann auch im Wahljahr wohl so ziemlich jeder über die abstrusen Maßnahmen lachen, mit denen hier augenzwinkernd für mehr Gemeinschaftssinn geworben wird.