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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

I'm not physically attracted to other people, but if you want me, I'm yours.

Filmstarts 15.06.06

American Dreamz - Alles nur ShowR: Paul Weitz; D: Hugh Grant, Dennis Quaid, Chris Klein, Mandy Moore, Willem Dafoe etc.Um aus einem Umfragetief herauszukommen, tritt US-Präsident Quaid in einer Superstar-mäßigen Schlagershow auf. Hier regiert der zynische Showmaster Hugh Grant, während All-American-
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American Dreamz - Alles nur Show
R: Paul Weitz; D: Hugh Grant, Dennis Quaid, Chris Klein, Mandy Moore, Willem Dafoe etc.
Um aus einem Umfragetief herauszukommen, tritt US-Präsident Quaid in einer Superstar-mäßigen Schlagershow auf. Hier regiert der zynische Showmaster Hugh Grant, während All-American-Bitch Mandy Moore und Nachwuchs-Taliban Omar um den Sieg kämpfen. Alles klar? Die Weitz-Brüder haben den guten Ruf, noch aus dem globalisiertesten postmodernsten Prekarisierungsoverkill menschenfreundliche Komödien herauszumeißeln, doch hier müssen sie erstmals die Waffen strecken. "American Dreamz" ist auf die Art lustig und weit her geholt, auf die Krieg langweilig ist: irgendwie schon, aber nicht wirklich. Als pessimistische Bestandsaufnahme der gängigsten Zivilisationsneurosen macht der Film aber erschreckend viel her. Auch Sonnyboys können also verbittern, und Selbstrespekt ist sowieso nirgendwo so wenig wert wie im Mediengeschäft. Ein Film, in dem die unschuldigste Zeile lautet: "I'm not physically attracted to other people, but if you want me, I'm yours."

Aquamarin
R: Elizabeth Allen; D: Emma Roberts, Joanna Noelle Levesque, Sara Paxton, Jake McDorman etc.
Zwei Schulmädchen freunden sich mit einer Nixe an und verhelfen der verwunschenen Kreatur zu einem Date mit einem Rettungsschwimmer. Wie süß. Dieses aufreizend harmlose Filmmärchen bietet sich wohl vor allem für einen Besuch mit kontaktscheuen Patenkindern an, doch auch Hobbysoziologen auf Fronturlaub können mitreden. Darüber zum Beispiel, wie derartige Nachwuchs-Chickflicks immer einen dicken Batzen Pep-Talk für Mädchen gratis verteilen. "Du bist meine beste Freundin!" "Es tut mir leid, entschuldige bitte!" "Du kannst dich auf mich verlassen!" Kein Wunder, dass Mädchen später sozial viel intelligenter sind als Jungs. Manchmal.

Malen oder Lieben
R: Arnaud Larrieu, Jean-Marie Larrieu; D: Sabine Azéma, Daniel Auteuil, Amira Casar, Sergi Lopez etc.
Das Ehepaar Lasserre hat's fein getroffen: das Haus in der Provence ist ein Traum, das Bücherregal voller schlauer Titel, und die Tochter ist aus dem Haus und macht bei der "Partnerwahl" alles richtig. Jetzt geht die Zeit fürs Malen drauf oder eben für Abende mit den faszinierenden Nachbarn, deren eigener Ehestatus so verblüffend kompatibel zu sein scheint. Im Gewand des süffisant-forschen Franzosenfilms kommt dieses kleine humorige Ausrufezeichen daher, das verschmitzt mit dem letzten Tabu der Nach-68er-Generation (und ich meine nicht Kannibalismus) kokettiert und mit einer feinen Besetzung schamlos Punkte sammelt. Sommerlich.

The Sentinel - Wem kannst Du trauen?
R: Clark Johnson; D: Michael Douglas, Kiefer Sutherland, Eva Longoria, Martin Donovan etc.
Warum nach 100 Stunden "24" nicht nochmal zwei Stunden vom selben Programm obendrauf? Sutherland spielt einen Geheimagenten, der einen Mordanschlag auf den US-Präsidenten (gespielt von "Sledge Hammer", haha) vereiteln muss. Und Michael Douglas ist der Hauptverdächtige. "Sentinel" ist ein schlanker, nicht übermäßig ambitionierter Cop-Thriller, der sich freimütig im Arsenal der aktuellen Fernsehlandschaft bedient. Ein bisschen Verschwörung, ein bisschen sexuelle Intrige, und ganz viel CIA-Knoff-hoff für den staunenden Armchair-Spion. Fazit: gangbar routinierter Krimi fürs Stammpublikum, das Überraschungen mag. Aber nicht zu viele Überraschungen.

Stoned
R: Stephen Woolley; D: Leo Gregory, Paddy Considine, Will Adamsdale, Ras Barker etc.
Rolling Stones-Gitarrist Brian Jones kam 1968 in seinem Swimmingpool zu Tode und befeuert seitdem die üblichen hanebüchenen Legenden und jetzt auch dumme Filmchen. "Stoned" hat nicht nur einen herrlich bräsigen Titel, sondern kann auch mit einem völlig charismalosen Hauptdarsteller auftrumpfen, dessen Nach-Zahlen-Version von Rockstar-Dekadenz so falsch aussieht wie die Silikonbusen seiner Gespielinnen, die anachronistischerweise damals noch gar nicht in Umlauf waren. Die Totschlagtheorie selber ist übrigens so lachhaft wie vermutlich korrekt. Ein Film wie ein Schmuddelblatt, das den Journalismus für sich entdeckt hat.

Unbekannter Anrufer
R: Simon West; D: Camille Belle, John Bobek, Molly Bryant, Madeleine Carroll etc.
Remake-Alarm! Simon West testet die Geduld der Zuschauer mit einer wahrhaft diabolischen Mutprobe und serviert uns zum 100. Mal die Geschichte vom abgelegenen Haus, in dem ein Teenie nachts übers Telefon terrorisiert wird. Natürlich kommt der Unhold irgendwann auch rein und macht Buh! Wer also nicht vor Langeweile stirbt, dem gibt ansatz- und kontextloses Erschrecken den Rest. Angeblich verwechseln das manche Leute mit Horror, mich bringt es nur dazu, Filme insgesamt ein kleines bisschen weniger zu mögen.