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Klagewelle kommt nach Deutschland

Filesharer verdonnert

8000 Euro Schadensersatz für mehrere 1000 illegal bei Kazaa heruntergeladene Songs. Die heimische Filesharer-Gemeinde hat ihr erstes Urteil, weitere werden folgen. Zunächst hat es einen 23-jährigen Azubi erwischt, dessen Piraterie-Aktivität ihm vor dem Landgericht Cottbus zusätzlich 80 Tagessätze (w
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8000 Euro Schadensersatz für mehrere 1000 illegal bei Kazaa heruntergeladene Songs. Die heimische Filesharer-Gemeinde hat ihr erstes Urteil, weitere werden folgen. Zunächst hat es einen 23-jährigen Azubi erwischt, dessen Piraterie-Aktivität ihm vor dem Landgericht Cottbus zusätzlich 80 Tagessätze (wegen geringen Einkommens auf 400 Euro geschrumpft) einbrachte. Bei ihm zuhause wurde Anfang Mai ein PC mit rund 6000 Musiktiteln als MP3-Dateien sowie etwa 100 gebrannte CD-Rohlinge mit über 1000 Titeln beschlagnahmt. Die Hausdurchsuchung wurde (analog zu den Fällen in den USA) durch den Provider möglich, der die Identität des Users an die Staatsanwaltschaft weitergeleitete.

In einem zweiten Verfahren geht es, wie musikwoche.de heute berichtet, einem geständigen 57-jährigen Lehrer an die Brieftasche. Nur 25 Original-CDs fand man zunächst in seiner Wohnung, was weder auf besondere Musikbegeisterung noch auf kriminelle Energien schließen ließ. Auf seinen zwei Computern waren jedoch mehrere tausend Musiktitel gespeichert. Weitere 68 Fälle, in denen die deutsche Musikwirtschaft bereits Strafanzeige gestellt hat (wie Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände verkündet) sollen die "Musikpiraten" vor ihren Computern in Zukunft aufhorchen lassen. Laut Informationen von spiegel.de begleiten die Polizei bei den Durchsuchungen private Sachverständige der Klägerseite, die den Ordnungskräften bei der Beweisaufnahme helfen sollen.

Nach einer im Auftrag der IFPI durchgeführten Studie, wissen die Deutschen aber immerhin was sie tun. 79 Prozent aller Bundesbürger sind sich darüber im Klaren, dass Filesharing strafbar ist, 72 Prozent wissen auch, dass sie mit rechtlichen Konsequenzen rechnen müssen. Und immerhin 66 Prozent finden dies auch richtig. Damit steht Deutschland, trotz Pisa, an der Spitze des europäischen Vergleichs.

Vertreter der Grünen Jugend und Attac bedauerten das Urteil und verwiesen erneut auf die von ihnen geforderten Pauschalabgaben je Internetzugang, die den Konflikt zwischen Industrie und (potentiellen) Konsumenten beilegen soll.