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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Open Here«

Field Music

Tanzmusik für Feuilleton-Leser oder Kunstmusik für die Tanzfläche: Zwischen diesen beiden Stangen wechseln Field Music bei ihrem intellektuellen Pole-Dancing wie schwerelos hin und her.
Geschrieben am
Dass Field Music Talking Heads und Peter Gabriel für ihren Indie-Rock als Vorbilder heranziehen, wird schon auf dem Eingangssong »Time In Joy« überdeutlich: Es zuckt so schön wie einst bei »Shock The Monkey«, die Melodie tanzt dazu verkopft wie bei »Once In A Lifetime«. Und die vielen Gastmusiker sorgen mit Flöten, Saxofonen und Streichern dafür, dass es auf »Open Here« musikalisch auch so weitergeht. Scheinbar mühelos lotet die Band Grenzen aus und klagt mit immer wieder eingesetztem Sprechgesang die Fragilität der Welt an, ohne dabei jedoch die Tanzfläche zu verlassen. Auf dem Song »No King No Princess« gelingt es den Musikern aus dem kühlen Nordengland gar, den trockenen Funk eines Prince mit dem intellektuellen Schwung eines David Byrne in Wärme und Würde zu vermählen.

Auf ihrem bereits sechsten Album sind Field Music also sowohl experimentierfreudiger als auch energiegeladener geworden: Die oft ruckartigen Songs sind von der Freude an Infragestellungen von Gesellschaft, Politik und Institutionen getragen, ohne dabei in Frust zu versinken. Das muss man auch erst einmal schaffen. Oder, wie es das Feuilleton formulieren würde: Es muss ein Ruck durch den Rock gehen.

Field Music

Open Here

Release: 02.02.2018

℗ 2018 Memphis Industries