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Knallhartes Geschäft

Festivals 2013

2013 mussten Omas Teich und das Bootboohook Festival aufgeben. Hippie war gestern; wem die Rücklagen fehlen, der geht unter. Jeder Fehltritt wird bestraft.
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Die Absage kam nur zwei Tage, bevor Omas Teich 2013 hätte stattfinden sollen. Bis zum Schluss hatten die Veranstalter gehofft, dass es noch klappen könnte, dass die geplante Zwischenfinanzierung nicht platzt. Bereits 2012 hatte ein Loch in die Kalkulation gerissen, nun war der Vorverkauf für 2013 einmal mehr schlecht angelaufen, das war’s. Kurz zuvor musste schon das Bootboohook in Hannover aufgrund zu wenig verkaufter Karten das eigene Aus verkünden. Die Umsätze im Festivalgeschäft sind leicht rückläufig, das ist bekannt, aber letztlich nicht das Problem. Problem sind die weiter steigenden Gagen bei den Künstlern, die damit ausgleichen wollen, dass das Plattengeschäft nur noch ein Schatten seiner selbst ist.

Zudem herrscht am Festival-Markt eine extrem harte Konkurrenz-Situation. Die Rendite ist hier, gemessen am Risiko für die Veranstalter, klein, und wer nicht durch andere Geschäftszweige ausgleichen kann, darf sich keinen Fehltritt leisten. Rock-am-Ring-Veranstalter Lieberberg konnte 2013 mit Rock’n’Heim ein neues 40.000er-Festival starten, nachdem er erst ein Jahr zuvor Rock im Pott initiiert hatte. Auf dem Markt der Riesen geht also noch was und das, obwohl die Gesellschaft für Konsumforschung herausgefunden hat, dass der Durchschnittspreis fürs Festivalticket gesunken ist. Es gibt also zusätzlich ein Abwandern zu den ganz kleinen Festivals und entsprechend auch Newcomer dort: das Feel, Müssen Alle Mit., Unite. Auch sie werden versuchen, eine Szene zu begeistern und Vertrauen zu gewinnen. Haldern Pop und Wacken sind für 2014 jedenfalls längst ausverkauft.