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So war’s in Köln: Do It For The Love Of Music

Fat Freddy's Drop live

Nach ihrem letzten Köln-Besuch beim Summerjam Festival sind die Neuseeländer diesmal etwas weniger sommerlich in der Domstadt zugegen.
Geschrieben am

16.10.2013, Köln, Live Music Hall

 

Neuseeland ist ja kein großes Land. Bands wie die Black Seeds oder Fat Freddy’s Drop, die zu Neuseelands bekanntesten Exporten derzeit zählen, sind beinah gezwungen sind, einen Großteil ihrer Konzerte auf ausländischem Boden zu spielen. So kommt es, dass Fat Freddy's Drop mal wieder in Köln zu Gast sind, nachdem sie zuletzt auf dem Summerjam Festival vor wenigen Monaten die Stadt beehrt haben.

 

Der viel zitierte Genremix von Dub bis Techno, von Jazz bis Reggae und von Soul bis R’n’B lässt es einem normalerweise kalt den Rücken runter laufen. Fat Freddy's Drop schaffen es jedoch, diese Diversität in einer beeindruckenden Weise zu kanalisieren. Ein etwas gesetzteres Publikum als auf der Summerjam sieht sich zunächst einer Show gegenüber gestellt, die eher einer exklusiven Modenschau gleicht, zu der herbstliche Anzüge und längst vergessene Hutsorten ausgebuddelt wurden.

Schnell weicht jedoch die Eleganz der Zweckmäßigkeit. Ein Mitglied der Bläserfraktion schafft es innerhalb weniger Augenblicke vom feinen Anzug in ein Outfit zu wechseln, das außer einer eng sitzenden weißen Boxershorts und einem roten Rewe-Zwirn, dem Kölner FC-Trikot, wenig über lässt. Dieser Fat Freddy, der sich immer doppelt so schnell wie alle anderen zur Musik bewegt, wabert über die Bühne wie ein selbsthüpfender Flummi, der immer wieder irgendwo gegen stößt.

 

Mit dessen zunehmender Waberei steigert sich auch der Sound von Fat Freddy's Drop zu einer sumpfigen Masse, die immer weiter verschwimmt und das anfänglich kalte Publikum sprichwörtlich zum kochen bringt. Und obwohl sich die Genres sich im Set immer weiter häufen, sogar Minimal-Tendenzen bei »Mother Mother« erkennbar sind – am Ende sind es doch alles nur Offbeats, die in wunderbar unterschiedlichen Gewändern daherkommen.