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»Falsch verpackt«: Süßsauer macht lustig

So war der Tatort gestern

Wir blicken zurück auf den gestrigen Krimiabend: Peter Flore widmet sich montags immer dem neuesten »Tatort«.
Geschrieben am

Österreich hat ein Communityproblem: Erst Ärger mit den Serben und mit den Chinesen ist leider auch nicht gut Kirschen essen, denn die zertrümmern neuerdings ganze Restaurants und liegen am Stück im Kühlcontainer und in Scheiben im Gebüsch. Klar, dass die Bibi (Adele Neuhauser) da wieder mit dem Trinken anfängt. Weil das nur die Eckpunkte des verworrenen Ösi-Tatorts »Falsch verpackt« sind und weil die Drehbuchautoren offenbar ein paar Stunden Nachhilfe in der Münsteraner Gagschmiede hatten, muss für den ansonsten sicher agierenden Wiener Tatort mittlerweile das gleiche gelten wie für Spitzensportler: Wer sich zu sicher fühlt hat schon verloren. Denn in »Falsch verpackt« gibt man sich wirklich Mühe, das ehemals kauzige Team Eisner/Fellner (wie immer mit Harald Krassnitzer als grantelnden Kommissar) irgendwo in Richtung Comedy-Vorhölle zu schicken. Mit mäßigem Erfolg: Der Kopf im Kühlschrank (»Papa, da ist ein Kopf im Kühlschrank...!« - »Ja, ist meiner...«) und die Aug'-um-Aug'-Zahn-um-Zahn-Verfolgungsjagd mit dem Inkasso-Heinzi (Simon Schwarz) mit insgesamt zwei gebrochenen Nasen - für Szenen wie diese wurde das Wort »turbulent« erfunden, was in der »Prisma« fast immer im Zusammenhang mit »Verwechslungskomödie« gebraucht wird. Nun ist Humor im »Tatort« ja alles andere als fehl am Platze, wenn denn nur der Rahmen stimmt. Doch da will man sich offenbar nicht so ganz entscheiden, mit Hühnerhugo Klaus Müller, der nachher steifgefroren wie einst Jack Nicholson im Kühlhaus sitzt, gibt es einen ersten Verdächtigen aus der wie immer zwielichtigen Lebensmittelbranche, die chinesische Mafia hängt womöglich auch mit drin und die Machenschaften von Eisners Vorgesetzen Dr. Oskar Welt und seiner Ex-Frau Gú Bao sind mit »dubios« nur unzureichend beschrieben. Alles in allem ein heilloses Durcheinander dessen verworrene Wege aber dennoch schnurstracks in die Enttäuschung führen. Und so bleibt am Ende nur die alte Tatort-Gewissheit: »Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir Ärger erspart bleiben.« (Konfuzius).

Nächsten Sonntag (01.04.) sind Ritter und Starck dann in »Alles hat seinen Preis« wieder big in Berlin.

Den aktuellen »Tatort« kann man noch bis nächsten Sonntag in der ARD Mediathek anschauen, aus Jugendschutzgründen allerdings nur zwischen 20 und 6 Uhr.

»Will denn niemand was zum gestrigen Tatort schreiben?«:
Im Forum diskutieren Intro-User über vergangene und aktuelle Tatorte.

Alle Texte zum Thema »So war der Tatort gestern« unter
www.intro.de/spezial/sowardertatort.