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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Failure American Style

Paramount Styles

Es passiert nicht selten, dass ein gereifter Rocker, der sich nach dem - zumindest vorläufigen - Ende einer gefeierten Bandkarriere mit einem Soloprojekt zurückmeldet
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Es passiert nicht selten, dass ein gereifter Rocker, der sich nach dem - zumindest vorläufigen - Ende einer gefeierten Bandkarriere mit einem Soloprojekt zurückmeldet, irgendwas von "strip things down" und "back to the roots" knurrt und ein Album auf den Nischenmarkt für Die-Hard-Fans wirft, das mit seinem bisherigen Schaffen möglichst wenig zu tun hat.

Selten wird so etwas großartig (John Frusciante), oft anstrengend bis schwer zu ertragen (Jimmy Chamberlin). Und manchmal lässt einen das Ergebnis auch ratlos zurück. So wie "Failure American Style", das Debüt von Paramount Styles, McLouds neuer Band nach dem Quasi-Ende der Post-Punk-Helden Girls Against Boys. Dass der Mann für einige der strahlendsten und schnodderigsten Lärmrock-Dreiminüter der 90er verantwortlich ist, erscheint angesichts dieser Musik wie die vage Erinnerung an einen bizarren Traum.

Das Album eröffnet mit einem flotten AOR-Riff, auf das Bryan Adams stolz gewesen wäre. "These Starry Nights" erinnert mit Synthiestreichern und zum geheimnisvollen Raunen zerbröckelnder Stimme an darken 80er-Edelkitsch à la Fields Of The Nephilim oder The Mission. "I Keep Losing You" entwickelt sich zur witzigen Rockabilly-Travestie mit Acid-Sounds und U2-Refrain. Seine besten Momenten hat das Album bei den akustischen Stücken, wenn sich McLoud in die Nähe von Mike Ness' Soloalben aufschwingt. Doch die können diesen etwas verqueren Selbstfindungstrip auch nicht retten. Interessant missraten, das Ganze.