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Für immer Nacht

Fabric Records

Die Sonne kann sich nicht so recht entscheiden, ob sie ihrer sommerlichen Aufgabe nachkommen soll an diesem frühen Julimorgen. Da hat es Craig Richards, Resident-DJ im Londoner Fabric-Club, deutlich leichter. Er will nur noch schlafen. Gerade hat er seine wöchentliche Schicht hinter den Fabric-D
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Die Sonne kann sich nicht so recht entscheiden, ob sie ihrer sommerlichen Aufgabe nachkommen soll an diesem frühen Julimorgen. Da hat es Craig Richards, Resident-DJ im Londoner Fabric-Club, deutlich leichter. Er will nur noch schlafen. Gerade hat er seine wöchentliche Schicht hinter den Fabric-Decks beendet. Statt wie geplant bis sieben, ging es dann doch mal wieder bis halb neun. Davor legte er noch in Birmingham auf – nicht gerade auf der Strecke von seiner Wohnung zum Fabric. Aber wie formulierte es die Fabric-Promoterin so schön: Er ist neulich Vater geworden, da muss man halt ran. Schade für ihn, verpasst hat er so die fulminanten Sets von Michael Mayer und Marc Leclair (Akufen), von dem Craig, wie er ein paar Tage später per E-Mail erzählt (nachdem er das eigentlich für den nächsten Tag geplante Interview wie erwartet verschlafen hat), großer Fan ist. Mayer veröffentlichte vor einigen Monaten eine Fabric-Mix-CD, Akufen ist gerade dran. Weitere, die schon ran durften: Adam Freeland, Eddie Richards, Slam, Stacy Pullen ... Auf die Idee zum Label zum Club (der übrigens bald sein Fünfjähriges feiert) kam das für die Samstage (der Techno- und Housetag des Clubs) zuständige Team aus Geoff Muncey (Label), Nick Doherty (Presse), Keith Reilly (Inhaber) und Craig Richards eher passiv. Irgendwann gab es so viele Nachfragen seitens Labels und Partyorganisatoren bezüglich potenzieller Zusammenarbeiten, dass sie einfach in die Gegenoffensive gingen und nun monatlich ein »Mix-Tape« (wie sie es nennen) veröffenlichten – und via Homepage für gerade mal acht Pfund erhältlich machen. An Nachschub fehlt es schließlich nicht, Fabric gilt mittlerweile dank des exquisiten Bookings als einer der besten Clubs Europas. Der Mittag vor der Nacht. Die Sonne weiß genau, was sie will. Sie scheint vom blauen Himmel. Während im Zentrum Londons die Gay-Parade tobt, ist es in der Fabric-Hood noch sehr ruhig. Ein seltsames Gefühl, allein im Pub zu sitzen. Aber auch die Chance, mal mehr als nur die Bierkarte an Informationen mitzunehmen von der Theke. Der Horrorfilmfan Marc Leclair ist von der urigen Atmosphäre sofort begeistert. Immerhin ist der Pub aus dem frühen siebzehnten Jahrhundert, da kann man sich schon mal in Geschichten aus der Vergangenheit verlieren ... Zurück in die Gegenwart des Nachmittags. Es ist nun auch schon wieder zwei Jahre her, dass uns Akufen mit ›My Way‹ einen späten Techno-Klassiker geschenkt hat. Cut-up-Samples, so wild arrangiert, dass man einfach nicht anders konnte, als mitzuzucken. Manche nennen ihn seitdem den Godfather of Canadian Techno. Er lächelt geschmeichelt, als mir diese Worte über die Lippen kommen, riegelt aber ab. In Montreal ist man bodenständig. Es geht um Musik. Und es geht um Freundschaft. Später am Tag wird er seinem Manager eine lukrative Touranfrage nach Brasilien absagen, da er just zu dieser Zeit mit der Mutek-Crew nach Italien eingeladen ist. Das bringe zwar weniger Geld. Aber es ist Mutek. Es ist die Familie. Diese Familie wird mit Stücken von Jeff Milligan, Stephen Beaupré und Crackhaus auch auf der Mix-CD gefeaturt, neben all den anderen Freundschaften, die sich in den letzten Jahren ergeben haben: Soul Center, Luciano, Herbert, Senior Coconut, Pantytec, Cabane ... (explizite Besprechung siehe ›Probefahrt‹). Es mag verwundern, dass der Name Akufen plötzlich auf einer Mix-CD steht, das liegt aber nur an der begrenzten Wahrnehmung seiner Person in Europa. Bei uns ist er nur ein Produzent, in Montreal wissen alle um seine tollen DJ-Sets. Das dürfte sich mit ›Fabric 17 – Akufen‹ ändern. Denn diesen Mix hören heißt, einem der Besonderen zu lauschen. Einem, den das Fabric-Team so oft wie möglich willkommen heißt. Denn sie sind Fans. Zu Recht.

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