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Melt! Intim, 08.05.@Maria Am Ufer, Berlin

F\'hainer Nächte sind (auch) lang

Sonntag Morgens um halb neun vor der Maria Am Ufer in Berlin-Friedrichshain: Die Jeans stinken nach dem Rauch der vergangenen Nacht, die letzte Plattentasche wird mühsam in den Kofferraum des Taxis gehoben und es geht erschöpft aber hoch zufrieden nach Hause. Drinnen wird noch immer gefeiert: Auf
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Sonntag Morgens um halb neun vor der Maria Am Ufer in Berlin-Friedrichshain: Die Jeans stinken nach dem Rauch der vergangenen Nacht, die letzte Plattentasche wird mühsam in den Kofferraum des Taxis gehoben und es geht erschöpft aber hoch zufrieden nach Hause.

Drinnen wird noch immer gefeiert: Auf dem zweiten, etwas kleineren Floor holen die Feierwütigen das letzten aus ihren Beinen und die DJs von M.A.N.D.Y. das letzte aus ihrer Plattensammlung raus. Es soll noch bis zehn Uhr morgens so weiter gehen, bis die letzten Tänzer den Weg nach Hause oder auf die After Hours im Rosis oder anderswo antreten.

Zuvor ging es abwechslungsreich und wild zur Sache: den Abend eröffnete Justus Köhncke auf dem Get Physical-Floor mit minimal-poppigem House. Im Hauptraum wurde nach zwei Stunden Aufwärmen im Melt!-Style mit SickSinus der Punkrock eingestöpselt, als Spitting Off Tall Buildings die Bühne betraten. Sängerin Jana Pallaske (auch bekannt als Schauspielerin und MTV-Moderatorin) wirbelte im kurzen Jeansrock über die Bühne und sang sich die Seele aus dem Hals.

Nach 45 Minuten gab's dann eine halbstündige Umbau-Pause, die aber dank Musik vom Plattenteller nicht ohne Abtanzen verstrich. Auf dem zweiten Floor agierten zu diesem Zeitpunkt Captain Comatose und Chelonis R. Jones Die Jungs zeigten Herz, Hirn und Arsch für Disco, Punk und Techno-Spieltrieb.

Das deutsch-japanische Trio Pitchtuner machte sich gegen halb drei daran, rockiger Dancemusik mit Bass, Schlagzeug und Gitarre eine neue Dimension zu verpassen. Gegen Ende ihres knapp einstündigen Auftritts tanzte das gesamte Publikum.
Das kam Ian Pooley, der das Ruder anschliessend übernahm, ganz gelegen. Mit upliftenden House-Beats, zwar großraumtauglich aber nie ohne Seele, konnte er das Party-Level weiter hochhalten. Auf dem Get Physical-Floor wurde es währenddessen im wahrsten Sinne physisch. Ich möchte nicht wissen, wie viele Ehen (vor allem gleich-geschlechtliche) dort angebahnt wurden. Allein die feucht-heiße Luft hatte eine - sagen wir mal - erotische Schwere.
Gegen sechs Uhr hatte dann der Mainzer House-Held Pooley seine Platten durchgespielt, und mit harten Sounds zwischen Techno, Acid und Rock wurde der Hauptfloor fertig gemacht. Wer einen Pogo am Abend vermisste, konnte das nun teilweise nachholen.

Draußen war es da schon längst wieder taghell. Nächstes mal nehme ich eine Sonnenbrille zum Auflegen mit...man weiß ja nicht, wann man aus dem Club wieder rauskommt. Wenn das nur ein Appetizer für das Melt! Festival war, weiß ich nicht, wie wild es im Juli in Gräfenheinichen/Ferropolis zu gehen wird.