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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

hass mich in ruhe

Eyehategod

„Wir sind uns vollkommen im klaren darüber, daß man mit der Musik, die wir spielen, kaum Kohle machen kann. Wir arbeiten alle und verdienen uns so das Geld, das wir zum Leben brauchen. ‘Century Media’, unsere Plattenfirma, scheint das nicht zu kapieren. Sie verlangen, daß wir unser
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Autor: intro.de

„Wir sind uns vollkommen im klaren darüber, daß man mit der Musik, die wir spielen, kaum Kohle machen kann. Wir arbeiten alle und verdienen uns so das Geld, das wir zum Leben brauchen. ‘Century Media’, unsere Plattenfirma, scheint das nicht zu kapieren. Sie verlangen, daß wir unseren Stil ändern, um Geld mit uns zu verdienen. Daraufhin wollten wir keine Platten mehr bei ihnen veröffentlichen und baten um Auflösung des Vertrags. Ihr einziger Kommentar: ‘Vergeßt es.’ Wir wollten deshalb Kohle, um die neue Platte einspielen zu können, und zwar endlich mal mit einem richtigen Produzenten. Sie wollten uns überhaupt kein Geld geben. Das muß man sich mal vorstellen: Sie geben uns kein Geld, wollen aber, daß wir quasi für sie eine Platte einspielen, die gut genug ist, um sich zu verkaufen. Ein Witz!“ Jimmy Bower, nebenbei noch tätig bei CROWBAR und den Südstaatenburschenschaftlern von DOWN, hat die Schnauze voll.
Dabei sind die Voraussetzungen, auch an Bands wie EYEHATEGOD noch die eine oder andere Mark zu verdienen, wirklich gut. Zum einen findet extreme Musik immer noch große Zuhörerzahlen, und außerdem ließe sich Jimmys Tätigkeit bei genannten Bands trefflich für eine Werbekampagne nutzen. Für das eine oder andere Skandälchen hat die Band schließlich schon während der Recordingsessions gesorgt: „Wir wollten bei einigen Songs den Effekt von im Hintergrund zerspringendem Glas benutzen. Mike sang die Vocals in einem abgedunkelten Raum ein und schmiß dabei mit leeren Flaschen um sich. Irgendwann hörte er auf zu singen, er hatte sich in die Hand geschnitten und blutete wie ein Schwein. Auf einmal fing er an, mit seinem Blut so Sachen wie ‘Pig’ und ‘Satan’ an die Wände zu schmieren. Doch Billie Anderson (u. a. NEUROSIS), der als alter Freund umsonst produzierte, fand das gar nicht lustig und löste die fröhliche Runde auf. Als wir am nächsten Morgen ins Studio kamen, hatte ein Reinigungsdienst alles schon längst wieder entfernt. Keine große Sache also.“ In der europäischen Presse wurden daraus allerdings satanische Riten, Selbstverstümmelung und drei Meter große Lettern an den Wänden. Darauf ließe sich doch aufbauen ...
Wie sieht Jimmy die Zukunft? „Wenn es eben geht, wollen wir aus unserem Vertrag entlassen werden, um dann auf unserem eigenen Label weiterhin Platten zu veröffentlichen und alles in der Hand zu haben. Ähnlich wie MINOR THREAT, weißt du? Selbst T-Shirts drucken, nur über Mailorder zu erreichen sein, uns unsere eigene Welt aufbauen. Totale Kontrolle über alle deine Produkte zu haben, wäre ein Traum. Daran werden wir arbeiten.“