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Experimentelle Kreise

Denovali Swingfest 2012

Das Denovali Swingfest ist eines der bedeutendsten unabhängigen Festivals für avancierte Musikstile von Postrock über Jazz bis hin zu improvisierter und experimenteller Musik. Der Dortmunder Musiker N, selbst Teil der Szene rund um das Bochumer Label Denovali, beschreibt den besonderen Reiz des Festes, das dieses Jahr zum fünften Mal über die Bühne geht:
Geschrieben am

Autor: n

Festivals sind eine Sache für sich: Wenn es darum geht, eine stimmige musikalische Zusammenstellung zu haben, wird es nicht selten eng. Noch enger wird es meiner Meinung nach nur noch, wenn die Musik außerhalb reinrassiger Punk-, Indie-, Metal- oder Mittelalter-Stile ablaufen soll; besonders im Ruhrgebiet. Die meisten Festivals, die experimentelleren Kreisen zugeneigt sind, finden dementsprechend entweder nur in klein(st)en, ohnehin eingeweihten Kreisen statt oder (wie hier im Ruhrgebiet) halt eher gar nicht.

Das Swingfest ist für mich die Ausnahme der Regel. Wenn ich auch über das allererste Swingfest in 2008 nichts sagen kann, weil ich schlicht nicht da war: Alle weiteren – 2009 im Cafe Corner in Essen (ein Tag), 2010 im JUZE Papestraße Essen (zwei Tage) und die 2011er-Version: mal eben drei Tage in der Weststadthalle in Essen – waren Festivals der Sonderklasse, weil: leicht zu erreichen, ein durchgehend super aufeinander abgestimmtes Programm mit Acts, die selten bis nie hier in der Nähe spielen, plus schicke Rahmenbedingungen für Besucher und Musiker. Und, das Wichtigste: jede Menge Besucher, die auch schon am Nachmittag dabei sind und die sich für genau diese Musik interessieren, ohne dogmatisch zu werden. Und jedes Jahr aufs Neue der ungläubige Blick: größere Halle, mehr Tage. Und die Frage: Wird es funktionieren? Und im Rückblick wirkt diese Entwicklung dann ganz logisch, trotz der viel größeren Location bleibt ein irgendwie intimer Eindruck. Für mich persönlich, als Besucher und als Musiker, noch eine weitere Besonderheit des Swingfests: Der Sound war bisher jedes Mal perfekt: fett, die Instrumente so abgemischt, wie man die Band auch von Tonträger kennt, und an den Stellen, wo es muss, auch richtig laut. Gerade auf Festivals nervt die Soundqualität oft, hier nicht. Punkt.

Ich werde auf jeden Fall an allen drei Tagen da sein, nicht nur am Sonntag, wenn ich selbst spiele. Schon allein deshalb, weil ich, neben der Festivalatmosphäre, besonders die Folgenden sehen und hören will: Heirs (hoffentlich mit ähnlicher Show wie letztes Mal), The Nest, Philip Jeck, Bersarin Quartett, Year Of No Light, Thisquitearmy, The Pirate Ship Quintet, Switchblade ... Ich selbst spiele dann ja schon das dritte Mal auf dem Swingfest, aber das erste Mal solo. Und wenn alles so klappt, wie ich es mir vorstelle, das erste Mal überhaupt mit einem Set, das es dann tatsächlich auch so auf Platte gibt. Plus Visuals ...

Und was ist daran jetzt ruhrgebietstypisch? Vielleicht, dass ein paar Leute das einfach machen. Denn eigentlich sind es doch immer die richtigen Leute zur richtigen Zeit am richtigen Ort ...

05.-07.10. Essen § A Winged Victory For The Sullen, Bersarin Quartett, Heirs, Hidden Orchestra, Kammerflimmer Kollektief, Moritz Von Oswald Trio, Murcof, N, Oneirogen, Philip Jeck, Switchblade, The Pirate Ship Quintet, Thisquietarmy, Year Of No Light u. v. a.