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Das komplette Interview: Weitere Download-EPs in Planung!

Exklusiv: Zu Besuch bei Sufjan Stevens

Felix Scharlau sprach mit Stevens und erfuhr auch manches über Sufjans kommende Pläne...
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Nach Jahren relativer Stille veröffentlichte der Brooklyner Songwriter Sufjan Stevens vor Kurzem sein neues Album "The Age Of Adz" sowie die sechzigminütige Download-EP "All Delighted People". Felix Scharlau sprach mit Stevens und erfuhr auch manches über Sufjans kommende Pläne.

Demnach könne sich Sufjan sehr gut vorstellen, in absehbarer Zeit häufiger spontan Songs, EPs oder ganze Alben ins Netz zu stellen. Zunächst mit Material aus den vergangenen Jahren, in denen er zwar ständig neue Musik produziert, sie aber nie herausgebracht hatte.


"Ich glaube, ich möchte jetzt viel häufiger Alben veröffentlichen, indem ich sie ins Netz stelle. Billige EPs, die sofort für alle verfügbar sind. Einfach rausbringen, nicht mehr so vorsichtig und ängstlich sein und über die konzeptionelle Form grübeln."

Ein Klavier, ein Klavier: Stevens ist scheinbar auch Intro-Abonnent...

Sein elektronisch durchdrungenes neues Album, ließ er wissen, betrachte er als für ihn wichtige Auseinandersetzung mit seiner neu entdeckten alten Liebe - der elektronischen Musik. "Ich werde", so Sufjan, "niemals zum Banjo und zur Akustikgitarre zurückkehren, solange ich diesen Kampf mit der Elektronik nicht ausgefochten habe. Ich denke, die Leute werden das verstehen."

An der Musikindustrie ließ er im Gespräch kein gutes Haar.
Der seit Anbeginn seiner Karriere unabhängig und selbst veröffentlichende Songwriter verstehe nicht, welchen Vorteil große Labels (die ihn des Öfteren unter Vertrag nehmen wollten) für Künstler hätten. "Ich denke immer, Musiker sollten sich ermutigt fühlen durch den Kollaps der Musikindustrie. Er hat dieses Unternehmensbollwerk entmachtet. Ich weiß nicht, warum Bands jetzt überhaupt noch bei denen unterschreiben. […] Ich bin nicht interessiert am exponentiellen Wachstum, das der kapitalistischen Industrie zugrunde liegt. Die Musikindustrie ist von dem Konzept ja immer noch besessen, vom unendlichen Wachstum und der Idee, jedes neue Album müsse mehr verkaufen als der Vorgänger. Dass jede Gelegenheit, um das zu erreichen, auch genutzt werden muss. Dass TV-Kampagnen, Musikvideos gedreht werden sollen. Ich glaube, wenn ein Musiker unter Vertrag diese Prinzipien verinnerlicht und ständig reflektiert, […] dann entfremdet er sich von seinem Künstlerdasein […]."

Exklusiv: Hier geht’s zum kompletten Interview.

Songwriter und Autor in trauter Eintracht. Links: Stevens, rechts: Scharlau.