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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Exklusiv: Im Kreuzverhör

Born Ruffians

Ende Mai erschien das Debüt 'Red, Yellow And Blue' der kanadischen Indie-Band Born Ruffians auf Warp. Christian Steinbrink hat mal ein paar Hard Facts zusammengetragen.
Geschrieben am
Ende Mai erschien das Debüt 'Red, Yellow And Blue' der kanadischen Indie-Band Born Ruffians auf Warp. Grund genug für Christian Steinbrink mal ein paar Hard Facts zusammenzutragen. Er traf die Band und sprach mit ihnen über... 

…ihre Ursprünge:
Mitch: Wir haben schon in der Highschool angefangen, zusammen Musik zu machen. Es gibt uns jetzt seit 5 ½ Jahren. Luke und ich sind Cousins, wir sind also zusammen aufgewachsen, und Steve trafen wir irgendwann in der Musikschule, er spielte da Posaune und fing gerade an, Schlagzeug zu lernen. Wir haben nur aus Spaß angefangen, zusammen zu spielen, und haben Songs gecovert. Irgendwann haben wir dann auch eigene Songs geschrieben.

…ihren Vertrag bei Warp:
Steve: Unsere Managerin ist mit einen A&R von Warp befreundet, traf ihn in New York und gab ihm unsere EP. Er mochte sie erst nicht, rief dann aber drei Wochen später bei ihr an und sagte, dass er sie doch mögen und gerne mit uns arbeiten würde.

…die Bedeutung des Labels für sie:
Mitch: Wir kannten Warp vorher gar nicht. Wir wussten von Boards Of Canada und Amon Tobin, ich kannte die von meinem älteren Bruder, aber ich wusste nicht, dass sie auf Warp veröffentlichen. Grizzly Bear wurden etwa zur gleichen Zeit von ihnen gesignt, und mit denen hatten wir relativ schnell Kontakt, aber ansonsten hatten wir vorher kaum Bezugspunkte zu dem Label.
Luke: Ich glaube, dass Warp erst jetzt auch in den Staaten wirklich bekannter wird. Das liegt daran, dass sie angefangen haben, Gitarren- und nationale Bands wie Grizzly Bear und Battles zu signen. Dadurch bekommen sie auch hier mehr Aufmerksamkeit.

…den New York-Bezug ihrer Musik:
Mitch: Wir haben bis jetzt fünfmal in New York gespielt. Wir waren bisher nicht besonders oft dort. Die einzige wirkliche Verbindung zur New Yorker Szene ist Rusty Santos, unser Produzent. Wir haben zwar Grizzly Bear gecovert, aber bloß, weil wir den Song mochten und sie mal getroffen haben. Wir haben also wirklich nicht besonders viel Bezug zur New Yorker Szene, wir kennen sie nur als Fans.








…ihre Heimat Toronto:
Steve: Wir haben den großen Buzz um die Toronto-Szene wohl verpasst. Wir sind große Fans von Broken Social Scene und den anderen, sind aber deutlich jünger und kommen einfach eine Generation nach ihnen. Es gibt aber auch in unserem Alter ein paar gute Bands hier. Neben uns sind das vor allem The Bicycles und We're Marching On. Wir mögen beide sehr. Die junge Toronto-Szene ist schon immer noch sehr lebendig und aktiv. Es gibt viele Initiativen für Konzerte in kleinen Clubs, regelmäßige Reihen mit Resident-Bands, die zusätzlich befreundete Bands für Konzerte einladen. Außerdem Hauspartys, auf denen Bands spielen. Wir können das zwar nicht vergleichen, weil wir nie woanders lebten, aber wir genießen das schon sehr.

VIDEO: BORN RUFFIANS - 'Hummingbird'



…Blogs:
Steve: Ich habe das Gefühl, dass Blogeinträge deutlich meinungsbildender wirken als Magazinartikel. Du liest Artikel, wenn du eine Band schon kennst und magst und gerne mehr über sie erfahren möchtest. Dann freust du dich, wenn sie als gute Band irgendwo gefeatured wird. Aber die meisten Leute, die wir kennen, bilden sich ihre Meinungen eher über Blogs. Ich glaube, dass Blogs als viel aktueller wahrgenommen werden, und dass Fans das Gefühl haben, Bloggern eher vertrauen zu können, weil sie ihresgleichen sind und keine Journalisten.
Mitch: Blogs repräsentieren einen sehr persönlichen Blickwinkel, allein schon dadurch, dass meistens nur ein Autor für den Blog aktiv ist. Magazine sind zwangsläufig viel abstrakter gelenkt. Es gibt eine Redaktion und dazu noch eine Menge Autoren. Du weißt kaum, wie welcher Autor über dich denkt, das ist auch gar nicht wichtig, die Wahrnehmung läuft darauf hinaus, dass Magazin xy das und das über dich geschrieben hat, obwohl ein Teil der Leute dort es womöglich ganz anders sieht. Da ist die Meinung lange nicht so deutlich. Blogs wirken da viel ungeschminkter, und das hat auch Folgen: Sie treffen dich viel unmittelbarer als es ein Magazin könnte. Es ist viel schmeichelhafter, wenn sie dich mögen, und viel härter wenn nicht.

…ihre Einflüsse:
Steve: Die Zuschreibungen über unsere Musik stimmen. Wir sind große Fans von den Talking Heads, von den Violent Femmes und Jonathan Richman, und das hört man uns wohl auch an. Wir haben aber nie versucht, Bands zu kopieren. Der Sound hat sich von Anbeginn immer wieder verändert und entwickelt. Auch von der EP zum Album sind Veränderungen hörbar. Und da die Platte schon im letzten Mai aufgenommen wurde, würde sich ein aktuelles Album jetzt auch schon komplett anders anhören.

…Proberaumkommunikation:
Luke: Wir diskutieren viel darüber, wie wir nicht klingen wollen. Mehr jedenfalls als darüber, wie wir klingen könnten. Wir sind da ziemlich penibel, haben klar im Kopf, was wir nicht wollen. Scheint so, als ob wir ziemlich negativ wären. Wir wissen nur, was wir nicht mögen…