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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Von Club zu Club in Groningen

Eurosonic Noorderslag 2017

Es bleibt dabei: Wer wissen will, was auf Europas Festivalbühnen 2017 an Neuem passieren könnte, muss zum Eurosonic Noorderslag. Auch abgesehen von professionellen Zwängen ist das Club-Festival in den Gassen Groningens eine wahre Wonne voller garantierter musikalischer Entdeckungen. Wir haben vorgehört und empfehlen vier Acts, deren Konzerte man bedenkenlos besuchen kann.
Geschrieben am
Für Perlentaucher und Gold-Digger ist das Eurosonic Noorderslag nicht nur ein Muss, sondern auch eine wahre Freude. Wenig im Jahr macht so viel Spaß, wie durch die Gassen von Groningens Altstadt von Club zu Club zu laufen und sich einfach mal ganz unvorbelastet überraschen zu lassen. Groß ärgern wird man sich dabei nicht müssen, denn das Qualitätslevel der etwa 350 auftretenden Acts ist hoch, und eine große stilistische Vielfalt verhindert jede Langeweile. Trotzdem ist dringend angeraten, sich vorher durch das Line-up zu hören – zu groß ist die Gefahr, eine potenzielle Lieblingsband in spe bei ihrem ersten internationalen Auftritt zu verpassen. Das Festival, das weitgehend ab dem frühen Abend stattfindet, ist der Kern des Eurosonic, aber lange nicht sein einziger Bestandteil. Es gibt eine Konferenz mit Podiumsdiskussionen, Vorträgen und Workshops und unzählige weitere kleine und große Events in den Häusern der Stadt. Seit 2005 gibt es in jedem Jahr auch ein Land, auf den ein besonderer Fokus gesetzt und dessen Musiklandschaft tiefergehend vorgestellt wird. Dieses Jahr ist Portugal an der Reihe. Und selbst diejenigen, die kein Ticket ergattern können, dürfen sich auf die Reise machen: Auf dem großen Marktplatz inmitten der Stadt gibt es jeden Abend ein namhaftes Open-Air-Programm, das man ohne Eintrittskarte besuchen darf. 


Vier Empfehlungen für das Eurosonic Noorderslag 2017:

Newmoon
Mit ihrem 2016 erschienenen Debütalbum »Space« führen die Belgier Newmoon den Siegeszug von Shoegaze und Dream-Pop in den letzten Monaten fort. Das Album wirkt so erhebend wie in seinen Arrangements detailverliebt, hat aber einen deutlich rockigeren Einschlag als viele Genre-Kollegen. Tatsächlich hat die Band, die sich nach Elliot Smiths posthum veröffentlichter Compilation benannte, ihre Wurzeln im Hardcore. In der neuen Formation wendet sie sich aber endlich dem Stil zu, den sie dank solcher frühen Vorbilder wie Joy Division oder The Cure schon immer liebte – und entfaltet darin ein herausragendes Talent.
Adna
Adna nennt ihre Stücke »Night«, »Beautiful Hell«, »Lonesome« und »Dreamer« und erschafft musikalisch und textlich eine Stimmung, die von Schwermut genauso lebt wie von einer antreibenden Sehnsucht. Das gesamte Erscheinungsbild ihrer Musik – live und in Musikvideos – wird bestimmt von Dunkelheit und Ruhe, was sich auch in der ersten Single ihres dritten Albums »Closure« fortsetzt. Im Video zu »Overthinking« ist sie nur schemenhaft zu erkennen und verschwindet entweder unter Stoff oder in der Dunkelheit – in die sie sich auch auf Konzerten am liebsten hüllt.
Let’s Eat Grandma
»I, Gemini«, das Debütalbum des britischen Girl-Duos Let’s Eat Grandma, entwickelte sich in der zweiten Jahreshälfte zu einem Grower, das immer mehr Fans fand. Das lag sicher nicht an dem formvollendeten Stil der Teenager – ganz im Gegenteil: Das Album ist ein Knallbonbon, süß und bunt und vollkommen unvorhersehbar. Mit fast jedem Song wechselt das Duo ihren Stil, verbindende Elemente gibt es kaum, abgesehen von einem nassforschen Lo-Fi-Pop-Appeal. Das hört sich nicht nur zuhause sehr gut an – das verspricht auch für die Bühne eine ganze Menge.
Brutus
Brutus sind ein Trio aus Leuven, das über die letzten zwei Jahre eine Spur der Verwüstung durch Belgiens Clublandschaft gezogen hat. Über dem hochenergetischen Mix aus Shoegaze, Black Metal, Post Punk und Post Metal schwebt die wundervolle Stimme von Schlagzeugerin Stefanie Mannaerts und immer wieder brechen Noise-Wellen über sie herein. Nach drei Vinyl-Singles hat die Band nun ihr Debütalbum in Kanada mit Produzent Jesse Gander (Japandroids, White Lung, Three Inches of Blood) aufgenommen. Und mit diesen Songs werden sie nun Groningen in Schutt und Asche legen.
11.–14.01. NL- Groningen § Adna, Áine Cahill, Ala.ni, Albin Lee Meldau, Alma, Altrego, Amber Arcades, Anna Meredith, Anna Of The North, Black Oak, Blaudzun, CC Smugglers, Chinah, Christian Löffler, Dan Owen, Declan McKenna, Drangsal, Eskei83, Faber, Farewell Dear Ghost, Fil Bo Riva, Giant Rooks, Glockenwise, Gurr, Himalayan Dalai Lama, Holly Macve, Holy Nothing, Idles, Inner Tongue, J.C.Satàn, JP Cooper, Klangstof, Kuenta i Tambu, L.A. Salami, Let’s Eat Grandma, Lisa O’Neill, Man Duo, Martin Kohlstedt, Me + Marie, Mother’s Cake, Mozes And The Firstborn, Newmoon, Noiserv, Novo Amor, Paceshifters, Palace Winter, Rats On Rafts, Salut C’est Cool, Sam Alone And The Gravediggers, Siv Jakobsen, Sløtface, Teleman, The Gift, Thomas Azier, Tommy Cash, Warhaus, Weval, White Wine, Wucan u. v. a.