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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Eurodance: Interview mit Jan Schwede von Kontor Records

»Es gab nie eine todsichere Hitformel«

Beim Hamburger Dance-Label Kontor glaubt man nicht an eine alchemistische Dance-Formel, wie sie The KLF einst propagierten.
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Das Hamburger Dance-Label Kontor startete zwar erst 1997, also nach dem großen Eurodance-Boom, landete seitdem aber viele Hits mit dem Erbe genau jenes Dancefloors. An eine alchemistische Dance-Formel, wie The KLF sie propagierten, glaubt man bei Kontor dennoch nicht. Faszinierend an Eurodance, aber auch am darauf folgenden Boom der Dance-Coverprojekte wie euren Signings Mad'House (Bild) oder Jan Wayne war immer das Formelhafte der Tracks. Inwieweit konnte man in den 90ern als Label Hits steuern?

Mad'House
und Jan Wayne kamen ursprünglich aus den Clubs und waren auf sogenannten Bootlegs bei den DJs im Umlauf. Spillers »Groovejet«, Robert Miles' »Children« und selbst die Vengaboys sind originär in den Clubs geboren und waren für die Clubs gemacht. Erst später wandelten sie sich vom Club- zum Pophit. Steuern konnte man Hits nicht wirklich. Es gab nie eine todsichere Hitformel - und es gibt sie bis heute nicht.

Auch wir haben bei dem einen oder anderen Thema Schiffbruch erleiden müssen, obwohl es nicht viel anders klang als der damalige Platz 2 oder 8 der Charts. Man konnte allerdings aufgrund der Dance-Charts-Position des jeweiligen Titels und an der Auswertung der DJ-Kommentare recht früh einen Trend für einen möglichen Erfolg oder Misserfolg erahnen. Obwohl viele Titel in den Dance-Charts zum Teil künstlich gehypt wurden, traf man aufgrund guter Resultate die Entscheidung, einen weiteren Schritt zu gehen und ein Video und eine TV-Kampagne an den Start zu bringen.

Welche Rolle spielten Musikvideos und TV-Sender wie Viva in den 90ern?
Viva war zur damaligen Zeit häufig die Initialzündung, der Brandbeschleuniger, um richtig durchzustarten. Viele Themen wurden ohne die sogenannte N1-Rotation schlichtweg gar nicht erst als Maxi-CD veröffentlicht, obwohl die Promotion bereits auf Hochtouren lief und teilweise auch schon Unsummen in ein Video investiert worden waren. Viva hat seinerzeit unzweifelhaft eine richtig große Rolle gespielt. Heute haben sich die Verhältnisse signifikant geändert.

Dieser Artikel ist Teil des Intro-Spezials Eurodance: Wie aus Scheiße Gold wurde. Mehr unter www.intro.de/spezial/eurodance.