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Step Off

ESG

Tauchen ESG wohl in “24 Hour Party People” auf? Immerhin waren sie die Eröffnungsband der legendären Hacienda, immerhin entstand die erste Single in der gebuchten Studiozeit, die A Certain Ratio in New York nicht mehr brauchten, und wurde von Martin Hannett produziert. Obwohl die Schwest
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Tauchen ESG wohl in “24 Hour Party People” auf? Immerhin waren sie die Eröffnungsband der legendären Hacienda, immerhin entstand die erste Single in der gebuchten Studiozeit, die A Certain Ratio in New York nicht mehr brauchten, und wurde von Martin Hannett produziert. Obwohl die Schwesternband aus der South Bronx mit ihrem minimalistischen Sound zu den meist gesampleten Inspiratoren von HipHop gehört, ist sie hierzulande nicht wirklich populär (ehrlich gesagt, erinnere ich mich an keinen Artikel über ESG aus den Achtzigern und Neunzigern). So gehört es wohl zu den größten Verdiensten des ohnehin verdienstvollen Soul-Jazz-Labels, mit der atemberaubenden Kompilation “ESG: A South Bronx Story” vor nicht allzu langer Zeit an ESG erinnert zu haben. Jetzt jedoch kommt unerwarteterweise der aktuelle Nachschlag: sieben neue Tracks, in alter Frische, ohne den Congaspieler Tito (der, sagt man, sei verstorben), produziert 2002 in NYC, insgesamt 31 Minuten lang. Nach “Step Off”, diesem Klang-gewordenen Alptraum aller 48-Spur-Fetischisten und Mainstream-Produzenten, ist nichts mehr selbstverständlich, hier werden alle Konventionen konventioneller Popmusik mit leichter Hand in Frage gestellt und dekonstruiert, ohne dabei jemals aufgesetzt oder intellektuell rüberzukommen. Nie war ein 4/4-Takt so wenig selbsterklärend wie hier. Wer sagt denn, dass Gesang nicht lediglich von einem abgespeckten Basslauf begleitet werden darf? Dabei entwickelt das Album, wenn es denn sein soll, einen ungeheuren Groove (“Six Pack”). “Step Off” ist messerscharf und (wider jede Absicht) megacool und erinnert vom abenteuerlichen Gesamtsound der Produktion her tatsächlich noch mal an die heroische Phase von Factory Records und ... Überraschung: an die Cure zu Zeiten von “17 Seconds”, ihrem vorletzten hörbaren Album. Gehet hin und macht Valerie, Renee, Marie, Nicole und Christelle reich und berühmt! Soviel solltet ihr euch wert sein.