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Es wird nur noch geatmet

Komplizen der Spielregeln

Selten so wenig gelangweilt! Dynamik, Witz und Details: Mutti, wir hören jetzt Komplizen der Spielregeln!
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Gut finde ich ja, wenn man mal überrascht wird. Kommt mit dem Alter immer seltener vor, die Zeit der großen Umbrüche ("Mutti, ich hör jetzt Rap!") ist sowieso vorbei, gleichzeitig schärfen sich Blick und Ohr für Details. Und die
Komplizen der Spielregeln sind so eine Band mit Details.

Zwar überdeutlich von den frühen Blumfeld beeinflusst, fliegen sie sich bereits auf ihrem Debüt frei mit ihrer Version von schwerdynamischem Indierock voller melodischer Brüche, der dabei aber eine gänzlich undumme Leichtigkeit in sich trägt. Die filigranen Gitarrenläufe sind überraschend und fast zart, die immer wieder hereinbrechende Härte ist nie Selbstzweck, sondern stets der Dynamik der Songs geschuldet.

Und darüber die schlauen und wirklich witzigen Endlostexte von Sänger Tobias Ortmanns, dem man von der ersten bis zur letzten Minute gerne zuhört, ohne dass er sonderlich Erbauliches zu berichten hätte. Musikalische Komplexität und vermeintlich wirre Texte bilden dabei eine völlig stimmige Einheit, die ich im positivsten aller Sinne hochunterhaltsam nennen möchte und die mit kleinen - so clever wie liebevollen - Nuancen den Unterschied macht.

So wenig gelangweilt habe ich mich bei einem Indierock-Album schon lange nicht mehr. Mutti, ich hör jetzt Komplizen der Spielregeln!