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Remix yourself

Erdmöbel, Parsec

Daß Erdmöbel - gäbe es nicht nur Sport-, sondern auch Popwetten - ein ziemlich heißer Tip wären, ist längst kein Geheimnis mehr. Daß sie aber bloß mit ihrem guten Namen und zwei bis drei geschickt über die Stadt verteilten Plakaten mal eben einen Club mittlerer Größe rappelvoll machen, ist um so ers
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Autor: intro.de

Daß Erdmöbel - gäbe es nicht nur Sport-, sondern auch Popwetten - ein ziemlich heißer Tip wären, ist längst kein Geheimnis mehr. Daß sie aber bloß mit ihrem guten Namen und zwei bis drei geschickt über die Stadt verteilten Plakaten mal eben einen Club mittlerer Größe rappelvoll machen, ist um so erstaunlicher. Recht sein dürfte dieser Umstand vor allem auch der heutigen Vorband, deren Ruhm sich bislang eher weniger rumgesprochen hat: Parsec agieren als gemischtes Duo mit Gitarre, Vibraphon und Drumcomputer. Dabei wirken sie - ähnlich wie Erdmöbel - in Köln und klingen - ähnlich wie Erdmöbel - genau wie Erdmöbel, sieht man mal vom Vibraphon und der Tatsache, daß sie ihre Texte etwas unzugänglicher halten, ab. Beim Hauptact selbst handelt es sich nicht, der irreführende Projektname "Erdmöbel vs Ekimas" legt's nahe, um eine Verstärkung der Ursprungsformation, sondern - im Gegenteil - um eine Reduzierung auf das, was wohl der Kern der Band ist: Markus Berges und Ekki Maas. Während Berges seinen Job als Frontmann (Gitarre, Gesang) nahezu unverändert aufführt, besorgt Ekki Maas mit Hilfe eines Haufens Hochtechnologie die Hintergründe. So entstehen an Ort und Stelle Remixe der eigenen Songs - live, ohne jedes Playback. Bigger, longer, uncut. Daß alle Stücke von dieser Neu-Inszenierung gleichermaßen profitieren, läßt sich nicht bedenkenlos behaupten, doch selbst den schlimmsten Ausfällen, zu denen bestimmt der schräge mit Brüll-Mundharmonika unterlegte Elektro-Blues zählt, kann Spontaneität und Unterhaltungswert nicht abgesprochen werden. Die Bühnenpräsenz findet ihren Reiz im Duo selbst: in dem Kontrast zwischen dem intellektuelle Exaltiertheit zur Schau stellenden Berges und dem Prototyp des ganz er selbst gebliebenen Popstars Maas. Betont wird schließlich noch, daß diese Battle-Situation keine Absage an ihr konventionelles Bandprinzip sei, das es genauso noch geben würde. Abwechselnd halt. Ja klar, nur nichts anbrennen lassen.