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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»In Search Of Harperfield«

Emma Pollock

Seit dem Ende der Delgados vor über zehn Jahren hat sich deren ehemalige Frontfrau als Solokünstlerin etabliert. Ihr drittes Album ist eine autobiografisch-folkpoppige Reise zurück in ihre Jugend. Kann man jenseits der 40 ja durchaus mal machen.
Geschrieben am
An biografischen Querverweisen spart Emma Pollock auf ihrem neuen Album nichts aus: Vom im Albumtitel erwähnten Harperfield, wo das erste Haus ihrer Eltern stand, über das Covermotiv, das ihr Vater einst fotografierte, arbeitet sie sich mit ihrer Werkzeugtasche voller Indiepop-Harmonien, kitschigem Folk-Ballast und ein paar akkurat platzierten Disharmonien durch die eigene Vergangenheit. »Intermission« ist dabei eine Hommage an ihre Eltern: »the man I know best« und »the woman who made me«. Pollock lässt ihre nostalgischen Anflüge ziemlich ungeniert zu, für Außenstehende stellen sich ihre intimen und wenig doppeldeutigen Erinnerungen öfter als fade Allgemeinplätze dar. Musikalisch dürfte »In Search Of Harperfield« ihren Fans hingegen weiterhin zusagen, 2000er-Indie-Pop und streicherlastige Folk-Balladen wie »Clemency« stecken das klangliche Universum ab. Weiterhin charmant und einnehmend bleibt dabei Pollocks samtig-klares Timbre, das auch über die redundant-selbstverliebten Kammermusik-Ausstülpungen hinweghilft, die das Album öfter altbacken in der heimatlichen Stube verharren lassen. So ist es eine introspektive Songsammlung, die ihre Berechtigung viel eher in persönlichen Offenbarungen als in musikalischer Klasse zu finden versucht.

Emma Pollock

In Search of Harperfield

Release: 29.01.2016

℗ 2016 Chemikal Underground

Emma Pollock »In Search Of Harperfield« (Chemikal Underground / Rough Trade / VÖ 29.01.16)