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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Soundtrack To A Headrush

Emanuel

Die zehn Tracks des Emanuel-Debüts sind laut Sänger Matt Breen lediglich der Soundtrack zum „most fucked up year“ seines Lebens. Das lässt für die Zukunft viel erwarten, der Mann ist 21 Jahre alt, da werden schon noch schlechtere Jahre kommen. Und damit vielleicht noch bessere Alben. Diesmal verspri
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Die zehn Tracks des Emanuel-Debüts sind laut Sänger Matt Breen lediglich der Soundtrack zum „most fucked up year“ seines Lebens. Das lässt für die Zukunft viel erwarten, der Mann ist 21 Jahre alt, da werden schon noch schlechtere Jahre kommen. Und damit vielleicht noch bessere Alben. Diesmal verspricht der marktschreierische Auftakt mit „listen up motherfuckers, this is the new, the unheard of blabla“ nämlich noch zu viel. Das folgende „Hey Man!“ lässt zwischen Underoath und Turbonegro erst mal keine Wünsche offen und überrascht mit einer für Vagrant untypischen Stiloffenheit. Dieses Genrehopping taugt wohl, Emanuel haben trotzdem Schwierigkeiten, eine eigene Identität zu vermitteln. Ständig ist da dieses „Woran erinnert mich das jetzt wieder?“-Gefühl (es hastet von Thrice zu Lostprophets zu The Hives zu Billy Talent usw.). Nicht dass dieser Crossover zwischen Screamo, Indie- und Arena-Rock konstruiert wirken würde, im Gegenteil. Das passt alles so gut zusammen, dass es fast schon wieder egal ist, wie ein komprimierter Mitschnitt der Rocknacht einer Großraumdisco in 2005 klingt. Dieser Gedanke verleidet mir jetzt eine Platte, die ich eigentlich doch super finde. Down To Earth Approach sind unkomplizierter. Da wird nicht plötzlich geschrien oder animierend im Takt geklatscht, überhaupt ist „Another Intervention“ der Inbegriff einer Vagrant-Emopunk-Platte, spannender als die Ataris und stark von Saves The Day beeinflusst. Ein Risiko sind also weder Band noch Label eingegangen. Jonathan Lullo bestärkt mit seinem Gesang meinen Verdacht, dass sich unzählige ähnlich gelagerte Bands denselben netten Jungen von nebenan unter jeweils anderem (falschen) Namen ans Mikro stellen – die können doch nicht zufällig alle identisch klingen. Zwischen Pop-Punk und Power-Pop bleibt auf „Another Intervention“ alles ein wenig zu harmlos. Aber da es sich hier um ein Vagrant-Release handelt, muss kaum erwähnt werden, dass sich alles auf hohem bis höchstem Niveau abspielt.