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Switzerland

Electric Six

That joke isn’t funny anymore! Das aktuelle Album der Detroiter Knallchargen derart kurz und absolut abzuhandeln und auf das zweite Darkness-Album zu legen wäre aber wahrlich etwas vorschnell. Allerdings setzt die Band viel daran, einen reflektierteren Zugang als diesen zu torpedieren: Auf ihrer Hom
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That joke isn’t funny anymore! Das aktuelle Album der Detroiter Knallchargen derart kurz und absolut abzuhandeln und auf das zweite Darkness-Album zu legen wäre aber wahrlich etwas vorschnell. Allerdings setzt die Band viel daran, einen reflektierteren Zugang als diesen zu torpedieren: Auf ihrer Homepage feiern sie gerade mächtig ab, dass Kimberly Rogers, „pet of the month“ des amerikanischen Penthouse, gerne mal Electric Six hört. Wo wir gerade thematisch auf dem Pausenhof sind: Die Bandmitglieder gehören wohl neben der Bloodhound Gang zu den wenigen Künstlern, die jene im Alter von zwölf in langweiligen Schulstunden auf Karopapier gelisteten Künstlernamen für eine etwaige Popkarriere später tatsächlich verwendet haben. Dazu noch Texte, die auch auf „Switzerland“ zwischen überkandideltem Schwachsinn und richtig Peinlichem wie „Infected Girls Do It Better“ pendeln. Electrix Six kann man textlich guten Gewissens in eine Schublade stecken – eine untere. Gibt aber noch einen Aspekt: Musik – wer hätt’s geahnt? Und musikalisch geht hier wieder alles in Ordnung. Die ganz großen Hits, die uns 2003 unter Starkstrom in die Gay-Bar führten, fehlen zwar, mit „I Buy The Drugs“, „Germans In Mexico“ oder „Pink Flamingos“ wird aber ordentlich abgeliefert. Dass die Disco-Elemente weniger geworden sind und hier und da ein wenig Country einfließt, was gemeinsam mit den Schweinegitarren, Dick Valentines pöbelnder Stimme und dem funny, nun ja, Anspruch der Band manchmal an Tenacious D erinnert, ist aber auch die einzige Veränderung, zu der Electric Six bereit oder fähig waren. So bleibt „Switzerland“ letztlich eine Wiederholung der Wiederholung des Debüts „Fire“ und ist damit ziemlich verzichtbar oder nur etwas für Hardcore-Fans wie Kimberly Rogers. Alle anderen Freunde des interessanten Trashs seufzen bitte: „A rush and a push and this band could have been ours.“ Again.