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Das Electricity Festival 2005 in Saarbrücken

Electric, Eclectic

03.-05.11.2005, Saarbrücken Während in den Banlieues der französischen Großstädte die Autos und Supermärkte brennen, feiert man im grenznahen Saarbrücken das harmonische kulturelle Miteinander. Anlass gibt das zum vierten Male stattfindende Electricity-Festival, zu dem sich neben den Nachtschwärm
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03.-05.11.2005, Saarbrücken

Während in den Banlieues der französischen Großstädte die Autos und Supermärkte brennen, feiert man im grenznahen Saarbrücken das harmonische kulturelle Miteinander. Anlass gibt das zum vierten Male stattfindende Electricity-Festival, zu dem sich neben den Nachtschwärmern aus dem Saarland und Rheinland-Pfalz auch viele Gäste aus dem benachbarten Lothringen und Luxemburg gesellen.

Das Festival, das ich als Landeskind natürlich gerne als Vorwand für einen Heimatbesuch nutze, zeichnet sich diesmal durch ein sehr heterogenes Programm aus: Alles was in irgendeiner Form "elektrisch" produzierte Musik ist, findet sich hier: vom klassischem Synthpop Anne Clarks und der Lokalheroen Equatronic geht das Spektrum über klassischen Großraum-Disco-House von Mousse T. oder Malente, Reggae von Seeed, Drum'n'Bass von London Elektricity und Indie-Rock der wie immer großartigen Robocop Kraus. Neu in diesem Jahr sind einige aufregende Locations, so begeistert vor allem das "Gleis 21" hinter dem Hauptbahnhof, wo die Whignomy Brothers die 600 Gäste bis in den späten Samstag morgen hinein partout nicht von der Tanzfläche lassen wollen. Auch der stilsicher neu gestaltete Kitu-Club (Ex-Schwarz) hat mit Jay Haze am Samstag einen Hochkaräter im Programm, der mit den wundersamen Maschinchen, die er vor sich aufgebaut hat, ein grandioses Live-Set hinlegt. Musikalisch mein absolutes Highlight, leider für das Gros der Gäste etwas zu sophisticated. Leicht deplaziert wirkt der Brit-Punk von Art Brut vor Northern Lite und The Prodigy im E-Werk. Aber auch die camouflage-behosten Stiernacken mit den Prodigy-T-Shirts lassen sich gegen Ende von der Bühnenpräsenz dieser Band beeindrucken. Erwähnenswert noch die Veranstaltungen im wohl winzigsten Club Deutschlands, dem "Barcode", in dem sich die kleine, aber feine Minimal-Szene Saarbrückens um Roger 23 und seine Saarbrücker Hardwax-Dependance tummelt, und das am Samstag mit Troy Pierce aufwartet. Formidable!